Mehrere Personen halten und benutzen Smartphones in einer Gruppe.

Symbolbild: Junge Menschen mit Smartphones

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Flipboard Surf im Test: Maßgeschneiderte Social-Feeds ohne Algorithmen

Die neuste App von Flipboard setzt für ihre Feeds auf Quellen aus dem Open Social Web.

Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Informationen verschwinden immer häufiger in geschlossenen Foren und Algorithmen dominieren den Alltag.

Gleichzeitig gab es einige Versuche, den Austausch von Informationen zu dezentralisieren, etwa über Mastodon, Bluesky, Pixelfed und Co. Mit seiner neuen App „Surf“ möchte Flipboard all diese Quellen und mehr an einem Ort zusammenbringen, um uns maßgeschneiderte Informationen zu liefern, ohne von Algorithmen verführt zu werden.

Unkomplizierte Einfindung

Während die gleichnamige erste App des Unternehmens, Flipboard, schon seit mehr als einem Jahrzehnt die Anlaufstelle für das Aggregieren von News ist, soll mit Surf jetzt auch der Content aus neuen Netzwerken mit Inhalten wie RSS und YouTube unter dem Begriff "Open Social Web" zusammengeführt werden. Möchten wir mit Surf loslegen, gibt es 2 Möglichkeiten. Unabhängig vom Gerät lässt sich Surf via surf.social über gängige Browser ansteuern. Eine App für Android gibt es bereits, die iOS-Version befindet sich noch im privaten Beta-Stadium

Besuchen wir die Webseite bzw. App zum ersten Mal, landen wir direkt auf der Hauptseite von Surf. Aufgebaut ist diese wie eine klassische Suchmaschine, die mit zusätzlichen Inhalten aufgewertet wird. Über die Suchmaske, die mit „Surf the Social Web“ unterlegt ist, können wir nach Themen und Begriffen suchen. Suchen wir unser erstes Thema, durchkämmt Surf sämtliche Quellen, die sie als „Social Web“ definieren.

Von Mastodon bis YouTube

Dazu zählen unter anderem Bluesky, Mastodon, YouTube, News-Seiten, Flipboard Magazines sowie von Nutzerinnen und Nutzern erstellte Surf Feeds und Podcasts. Über den Reiter „Posts“ können wir uns dann alles einblenden lassen, was an Posts aus diesen Quellen zum jeweiligen Thema vorhanden ist.

Von Haus aus wird hier chronologisch sortiert, bevorzugte Behandlung gibt es für keine der Quellen. Neben den Reitern „Source“ und „Posts“ gibt es weitere Differenzierungen. Möchte man Posts mit Videos zu dem Thema sehen, wechseln wir auf „Watch“. Selbiges gilt für „Read“, „Listen“ und „Look“, wo der Fokus auf Blogs und Artikel, Podcasts oder eben Fotos liegt. 

Eine Commnunity zur Serie Pluribus

Feeds für alle Themen

Direkt unter der Suchmaske finden sich unzählige Feeds, die von anderen geteilt wurden. Die Themen reichen von der Band BTS über Street Photography bis zu EU-Politik.

In den jeweiligen Feeds können Erstellerinnen und Ersteller ganz nach dem eigenen Geschmack Quellen hinterlegen, die zum Generieren des Feeds genutzt werden sollen. Das können Hashtags sein, YouTube-Kanäle, Podcasts, Publikationen oder eigene RSS-Feeds. Jedes Mal, wenn der Feed geöffnet wird, werden die Inhalte aus den Quellen frisch geladen. 

Soziale Verzahnung

Möchten wir eigene Feeds erstellen, braucht es dafür einen kostenlosen Account. Mehr als eine Mail-Adresse und einen Anzeignamen müssen wir nicht hinterlegen. Haben wir einen Surf-Account erstellt, sind unsere Feeds dann auch über Mastodon und Bluesky auffindbar. Ist unser Accountname beispielsweise „fuzo“, sind wir dort als „fuzo.surf.social“ sichtbar. Möchten wir unsere eigenen Accounts in Surf hinterlegen, ist auch das möglich. Die Verzahnung mit Bluesky und Mastodon ist hier äußerst unkompliziert gestaltet.

Die erstellten Feeds können wir für schnellen Zugriff zu unserer Startseite machen oder am „Speed Dial“ anheften. Außerdem können wir die Inhalte der Feeds feintunen. Ein Feed-Titelbild und ein Community-Hashtag lassen sich zur besseren Auffindbarkeit hinterlegen. Zudem können wir einstellen, ob wir Reposts, Zitate, Antworten und Posts mit nicht-jugendfreien Inhalten in unserem Feed haben wollen. 

Verschiedenste kleine Kacheln zu den Feed-Themen, unter anderem Playstation, BTS, Baseball

Starker Start, viel Potenzial

Obwohl sich Surf noch in der Beta befindet, fühlt sich das Konzept schon sehr rund an. Zwar zickt gerade die mobile Browser-Version hin und wieder, sodass ein Neuladen erforderlich wird. Der grundsätzlich guten User-Experience tut das aber keinen Abbruch. Das Durchkämmen von Quellen und Hinzufügen von eigenen RSS-Feeds sind sehr unkompliziert gestaltet. Spannend wird in Zukunft, welche weiteren Quellen zu Surf hinzukommen. 

Positiv hervorheben muss man bei Surf, dass hier nicht über „Protokolle“ und sonstige technische Themen des Social Web gesprochen wird. Es geht rein um die Inhalte. Genau das könnte auch in Kombination mit der simplen Bedienung und der ansprechenden Aufmachung eine Möglichkeit sein, Mastodon und Co. an jene heranzuführen, die bisher nicht mit den Eigenheiten dieser Plattformen zurechtkamen.

Derzeit noch gar nicht implementiert sind Möglichkeiten zur optischen Anpassung. Flipboard plant hier wohl über „Surf Pro“ eine Möglichkeit, ihr neues Projekt zu finanzieren und gleichzeitig mehr Features zu bieten. 

Fazit

Mit Surf hat Flipboard eine spannende Plattform geschaffen, um Informationen gesammelt verfügbar zu machen. Der Fokus auf offene Plattformen und Standards kann Surf in Zukunft zu einem unverzichtbaren Tool machen. Trotz Beta funktioniert der Großteil bereits sehr gut, in Sachen Anpassungsmöglichkeiten ist noch Luft nach oben. Auch wenn die iOS-App derzeit noch nicht öffentlich verfügbar ist, ist in der Zwischenzeit die Browser-Version eine mehr als passable Alternative.

Surf ist kostenlos für Android und als Web-App verfügbar. Die iOS-Version ist derzeit per Warteliste verfügbar. 

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Amir Farouk

Early-Adopter. Liebt Apps und das Internet of Things. Schreibt aber auch gerne über andere Themen.

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