Datencenter von Google
Digitale Souveränität: Nur 12 Prozent der Betriebe haben eine Datenstrategie umgesetzt
Der Kommunikations- und IT-Infrastrukturanbieter A1 hat das Marktforschungsinstitut Integral beauftragt, bei 300 österreichischen Unternehmen nachzufragen, wie abhängig diese von digitalen Technologien sind. Im Rahmen des A1 Business Forum wurde die Studie am Mittwoch präsentiert.
Die Ergebnisse der zwischen Mitte März bis Mitte April durchgeführten telefonischen Befragung von IT-Managern zeigen, dass sich 77 Prozent der Firmen eher oder stark abhängig von digitalen Technologien und Leistungen empfinden. Nur ein Prozent sagt, sie seien überhaupt nicht abhängig.
Wachsende Abhängigkeit
Mit Blick auf die Zukunft glauben die Betriebe, dass digitale Technologien noch mehr an Bedeutung gewinnen werden: 43 Prozent denken, dass die Abhängigkeit in den nächsten 12 Monaten weiter zunehmen wird. Über die Hälfte schätzt, dass es ungefähr so bleibt wie derzeit. Dass die Abhängigkeit künftig abnehmen könnte, glaubt kaum ein Unternehmen.
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Angesichts dieser Situation gehe es bei den Unternehmen auch um die eigene Handlungsfähigkeit im Zusammenhang mit ihren Daten – das Stichwort lautet „digitale Souveränität“. „Wir haben fast 90 Prozent, die sagen, im Kontext der Zukunftssicherheit ist digitale Souveränität sehr wichtig,“ erklärt Martin Mayr von Integral. Einerseits weil das erfolgreiche Management der Datenströme die Unternehmen besser für die Zukunft rüstet, andererseits weil sie dadurch innovativer und wettbewerbsfähiger werden.
Fehlende Ressourcen für Umsetzung
Wenn es aber um die unternehmerische Umsetzung einer eigenen Datenstrategie geht, zeigt sich ein durchwachsenes Bild: „Nur 12 Prozent sagen, also wir sind mehr oder weniger mit der Umsetzung durch,“ erklärt Mayr. „Zwischen einem Viertel und einem Drittel sagen, wir planen gerade, in etwa gleich viele sagen, sie haben auch schon begonnen, hier die ersten Schritte zu setzen.“ Ein Drittel der Unternehmen gibt an, aktuell weder eine Strategie zu verfolgen noch eine zu planen.
Die größte Hürde sind dabei mangelnde personelle und finanzielle Ressourcen sowie bestehende Bindungen an einen Anbieter, die einen Wechsel zu aufwändig und kostspielig machen würden. „Das heißt, es gibt Unternehmen, die sagen, wir hätten das Geld zwar, aber wir finden sehr selten am Markt jemanden, dem wir diese Aufgabe übertragen könnten,“ so Mayr.
Die Frage, warum Unternehmen ihre Daten stärker unter eigene Kontrolle bringen wollen, wurde verschieden beantwortet. „Der Fokus auf lokale Datenspeicherung wird hier am häufigsten genannt, aber auch Cybersecurity und Cyberkriminalität sind definitiv etwas, was zu diesem Themenbereich gehört,“ sagt Mayr. Weitere Motive seien Effizienzsteigerung, Innovation und mehr Unabhängigkeit von Lieferanten.
Angst vor China und USA hält sich in Grenzen
Die Unternehmen wurden zu ihrer Cloud‑Nutzung befragt – auch vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Konflikte. Insgesamt nutzen 81 Prozent der befragten Unternehmen Cloud‑Lösungen, etwa für Datenspeicherung, Office‑Anwendungen oder IT‑Ressourcen. „Hier haben wir grundsätzlich allen die Frage gestellt: Stelle dir vor, du arbeitest mit einer Cloud und der Zugang würde durch diese Konflikte beeinflusst werden,“ erklärt Mayr.
Dabei zeigte sich, dass nur 23 Prozent der Unternehmen etwas an ihrer Strategie ändern würden, während weit mehr als die Hälfte deswegen nicht von ihrem Plan abrücken will. Wenn Unternehmen über einen Anbieterwechsel nachdenken, gehe es weniger um geopolitische Fragen als um Datenschutz‑Aspekte und die eigene IT‑Sicherheit.
A1 forciert hybride Cloud
Für das Management von A1 zeigt die Studie, dass österreichische Unternehmen am besten für die Zukunft gerüstet sind, wenn ausländische Dienste, wie Cloud‑Speicher, mit lokalen Infrastrukturlösungen verknüpft werden – das Stichwort lautet hybride Cloud. Es gelte, europäische Lösungen wie Exoscale mit nicht‑europäischen zu kombinieren. „Der Schlüssel ist die richtige Architektur: Welche Daten gehören in eine europäische Cloud – und welche in eine globale?“, sagt Romana Aumer, Leiterin von A1 Customer 360. Denn für besonders rechenintensive Anwendungen. wie dem Betrieb von KI‑Sprachmodellen. brauche man auch in Zukunft die Hyperscaler nicht‑europäischer Anbieter.
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Zu teuer dürfe das alles aber nicht sein, denn österreichische Unternehmen stünden massiv unter Druck. „Der Kostenfaktor wird noch kritischer: Diese token‑basierte Abrechnung kann sehr kostenintensiv sein – das merkt jeder, der mit KI‑Modellen arbeitet,“ sagt Aumer.
Die hybride Lösung, die österreichische und europäische Angebote mit ausländischen mischt, sei auch für global agierende, in Österreich ansässige Firmen ein gangbarer Weg. „Dieser hybride Ansatz ist sinnvoller, wir können uns nicht ins Schneckenhaus zurückziehen,“ meint die A1-Managerin.
Für A1 sei die beste Lösung für Unternehmen ein Ansatz, der verschiedene nationale und internationale Angebote kombiniert. Als Voraussetzung nennt A1 eine klare Analyse und Klassifizierung von Unternehmensdaten, um zu entscheiden, welche Daten besser in einer europäischen Cloud und welche in einer internationalen Public Cloud untergebracht sind.
Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen A1 und futurezone.
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