B2B
05.01.2017

Amazon an Modekette American Apparel interessiert

Der Online-Einzelhandelsprimus müsste seinen kanadischen Rivalen Gildan überbieten, der 66 Millionen Dollar für den insolventen Bekleidungshersteller geboten hat.

Amazon interessiert sich Insidern zufolge für den insolventen US-Bekleidungshersteller American Apparel. Die Firma führt neben anderen Gespräche mit American Apparel und seinen Finanzberatern, wie mit den Verhandlungen vertraute Personen am Mittwoch sagten.

66 Millionen Dollar geboten

Dabei müsste Amazon den kanadischen Rivalen Gildan überbieten, der für 66 Mio. Dollar (63,24 Mio. Euro) erste Markenrechte und Teile von Produktion und Vertrieb übernehmen will. Knackpunkt könnte allerdings werden, dass die Kanadier die Produktion nicht komplett in Kalifornien erhalten wollen. Genau daran soll bei einem Verkauf aber festgehalten werden.

Im US-Wahlkampf wurde der Erhalt heimischer Arbeitsplätze zu einem großen Thema. Der designierte Präsident Donald Trump attackierte Firmen für die Verlagerung von Produktion in Niedriglohnländer. Nach der scharfen Kritik kippte Ford erst vor wenigen Tagen eine Milliarden-Investition in Mexiko.

„Made in USA“

American Apparel, das auf das Gütesiegel „Made in USA“ setzt, beschäftigt 3500 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Bekleidungshersteller der USA. Allerdings machen der Firma der harte Konkurrenzkampf um junge Kunden und das Erstarken der Internetanbieter zu schaffen. Sie meldete daher im November zum zweiten Mal binnen eines Jahres Insolvenz an.

American Apparel wollte sich zu den Insiderinformationen nicht äußern. Alle anderen Unternehmen reagierten nicht auf Anfragen.