Ein BYD Seal 06 GT bei einer Automesse in China
BYD: In 5 Jahren sind wir der größte Autohersteller der Welt
Wang Chuanfu hat bei einem Shareholder-Meeting über die Ziele von BYD geredet. Die Pläne des Unternehmensgründers und -leiters sind ambitioniert: Bis 2030 will man weltweit die „wahre Nummer 1“ sein.
Das Ranking der größten Autohersteller der Welt wird üblicherweise anhand von verkauften Fahrzeugen erstellt. Und da ist es für BYD noch ein ordentlicher Satz nach oben. 2025 führte hier Toyota mit 11 Millionen verkauften Stück, die Volkswagen-Gruppe folgt mit knapp 9 Millionen. Auf Platz 3 ist Hyundai mit 7,2 Millionen.
BYD ist derzeit auf Platz 7 mit 4,6 Millionen verkauften Autos und damit der größte chinesische Hersteller. Rund 2,25 Millionen Stück davon sind reine Elektroautos, der Rest Hybrid. Mit dieser Verkaufsmenge ist BYD bereits der größte Elektroautohersteller der Welt. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 hat BYD insgesamt, also über alle Antriebsarten hinweg, nur etwa 1,9 Millionen Autos verkauft.
Akkuherstellung als Flaschenhals
Wie hoch die Verkäufe im Jahr 2026 ausfallen, hängt laut Wang Chuanfu von der Akkuproduktion ab. Diese ist derzeit nämlich der Flaschenhals. BYD baue aktuell die Batterieherstellung aus, wodurch weitere 20.000 bis 30.000 Autos pro Monat hergestellt werden sollen.
BYD-Chef Wang Chuanfu
© REUTERS / Maxim Shemetov
Der Trend geht jedenfalls nach oben: Im Mai 2026 verkaufte BYD 376.990 Passagierfahrzeuge, eine Steigerung von 8,2 Prozent im Vorjahr. Wenn die Produktionsanlagen für die Akkus ausgebaut wurden, soll es 2027 einen deutlich größeren Sprung nach oben geben, bei den hergestellten und damit auch verkauften Autos.
Besser als europäische Autos
Der große Treiber, um das ehrgeizige Ziel bis 2030 zu erreichen, soll der internationale Markt sein. Wang Chuanfu spricht hier von einem „Doppel-Motor“ für das Wachstum: China und der Rest der Welt. Das ursprüngliche Ziel, in diesem Jahr 1,6 Millionen Autos international zu verkaufen, werde man voraussichtlich übertreffen. Im Mai waren es 160.177 Stück, eine Steigerung von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Laut Wang Chuanfu seien die eigenen Autos denen der europäischen Marken überlegen. Dies liege nicht nur am Preis, sondern auch an der besseren Technologie und User Experience. Zudem arbeite BYD an weiteren Verbesserungen. Er nennt hier das autonome Fahren. Level 3 und 4 Autonomität werde früher den Markt erreichen, als man glaube.
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Bereit für Level 3
Bei Level 3 (hochautomatisiertes Fahren) darf sich der Fahrer vorübergehend vom Verkehr abwenden, muss aber auf Aufforderung des Systems das Steuer übernehmen können. Bei Level 4 (vollautomatisiertes Fahren) wird der Fahrer auf Wunsch zum Passagier und darf sogar schlafen, während das Auto selbstständig fährt.
Sobald die Regulatoren in den jeweiligen Ländern Level 3 zulassen, sei man bereit diese in den Autos anzubieten, auch in europäischen Märkten. BYD habe bereits die nötige Hard- und Software dafür. Zudem seien über 3,15 Millionen BYD-Autos weltweit mit smarten Fahrfunktionen unterwegs, die jeden Tag rund 200 Millionen km an Fahrdaten liefern, um autonome Fahrsysteme zu trainieren.
BYD beschränkt sich bei seinen Expansionsplänen nicht nur auf Autos. Bis Ende des Jahres sollen in Europa 3.000 Schnellladestationen in Betrieb sein. 300 Stück davon sollen in Deutschland stehen.
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