B2B
28.04.2015

Cisco: "Müssen den digitalen Darwinismus verhindern"

Österreich sollte beim Internet der Dinge und bei Smart-City-Themen eines der internationalen Vorzeigebeispiele werden, fordert Cisco-Österreich-Chef Achim Kaspar.

Für Achim Kaspar, Chef von Cisco Österreich, zeigt das Grazer Pilotprojekt, wie wichtig es ist, sich mit der gesamten Internet-der-Dinge-Thematik auseinanderzusetzen: „Das ist die Basis für die so oft zitierte smarte Welt, die wir gegenwärtig gestalten und in der wir, schneller als viele vermuten, einmal leben. Die Welt vernetzt sich immer mehr und da muss Österreich nicht nur dabei sein, sondern eines der internationalen Vorzeigebeispiele sein.“ In einigen Bereichen spiele Österreich international durchaus eine führende Rolle, wenn man etwa an die Themen Smart Energy oder Smart Metering denkt, „ich vermisse aber die ganzheitliche Betrachtung des Begriffs ,smart’“, so der Cisco-Chef. Es würden nicht nur innovative Gesamtkonzepte für Städte, sondern für ganze Regionen fehlen. Kaspar: „Zugegeben, die Regulierungspolitik ist da ein Hemmschuh, aber wir kommen nicht darüber hinweg, dass sich Politiker und auch Unternehmen gemeinsam mit den künftigen Infrastrukturen intensiver beschäftigen müssen.“

Eine smarte Plattform

Man solle sich ein Beispiel an Musterstädten wie etwa Barcelona nehmen, dort gäbe es eine Plattform, auf der man alle smarten Lösungen, die es in Zukunft geben wird und mit der unser Alltag künftig organisiert wird, zu finden sind. Von Smart Energy über Verkehrslösungen der Zukunft, WLAN für die Bürger, Internet für die Touristen oder auch kommunizierende Mülltonnen und intelligente Parkplätze. „Vielen Entscheidungsträgern ist es zwar bewusst, dass die Technologie die Welt ändern wird, sie glauben aber, dass es nicht so schnell geht, wie es tatsächlich der Fall ist“, so Innovationsexperte Kaspar, der aber auch bei vielen Unternehmen einen Aufholbedarf sieht. Firmenchefs schauten zu wenig über den Tellerrand hinaus und wüssten nicht, welche Möglichkeiten ihnen die Vernetzung bringen könne. „Der digitale Darwinismus ist leider auch in Österreich vorhanden“, meint Kaspar. „Wenn sich Technologie und Gesellschaft schneller verändern, als Unternehmen in der Lage sind sich daran anzupassen, kommt es wie in der Evolution zum Aussterben. Und das sollte nicht passieren.“