B2B
06.05.2013

DefectRadar: App dokumentiert Baumängel

Mit einer Mängelmanagement-Software für Immobilienprojekte will das Start-up DefectRadar Architekten und Ingenieuren unter die Arme greifen. Firmengründer Domagoj Dolinsek konnte damit vergangenes Jahr beim Bewerb Startup Live Vienna überzeugen und den A1 Award gewinnen. Die futurezone hat mit Dolinsek über seine Idee gesprochen.

Der frühere Fachbauleiter Domagoj Dolinsek war im vergangenen Jahr der erste Unternehmensgründer, der in das neu entstandene Start-up-Förderprogramm von Mobilfunker A1 aufgenommen wurde. Mit seiner Idee DefectRadar konnte er im Rahmen eines Bewerbs von "Startup Live Vienna" überzeugen. Bei DefectRadar handelt es sich um eine Mängelmanagement-App für den Immobilienbereich, die vorwiegend Architekten und Ingenieuren die Arbeit erleichtern soll. Nach einer ersten Betaphase soll der offizielle Launch nun voraussichtlich zur Jahresmitte 2013 erfolgen, wie Dolinsek gegenüber der futurezone verrät.

"Mittels einer Applikation auf mobilen Endgeräten erhält man die Möglichkeit, Baumängel vor Ort aufzuzeichnen und direkt an die verantwortliche Person weiterzugeben", erklärt der Firmengründer. Die aufgezeichneten Informationen werden dann mit der Web-Plattform synchronisiert. Anhand von Benachrichtungen erhalte man infolge auch Infos über den Status des Mangels.

Im Wesentlichen besteht das Mängelmanagement-System DefectRadar also aus den zwei Teilen "mobile App" plus "Web-Apllikation". "Nach Anlage eines Projektes mit beliebig vielen Bauteilen und Stockwerken können alle Projektbeteiligten den Baufortschritt besonders in Bezug auf erkannte Baumängel überblicken", so Dolinsek weiter, der überzeugt ist, dass genau eine solche Art der Mängel-Dokumentation heute noch auf Baustellen fehle. Bisher erfolge die Mängeldokumentation bei Bauprojekten mit verschiedenen Medien, wie Tonbandgeräten und Kameras. Die Ergebnisse werden laut Dolinsek nach der Begehung erst mühsam wieder zusammengeführt.

Professionelle Zielgruppe
Das System sei nicht für den Privatgebrauch gedacht, sondern primär für den professionellen Einsatz. "Für Unternehmen und Arbeitsgemeinschaften als, die mit vielen Projektbeteiligten gemeinsam an einer Sache arbeiten, ebenso für Architekten, Ingenieure und Facility Manager", sagt Dolinsek.

Das Geschäftsmodell des Start-ups stützt sich auf ein Lizenzmodell. Die App (iOs und Android) soll kostenlos verfügbar gemacht werden, das System auf Basis eines Lizenzierungsmodells zur Verfügung stehen. "Wir planen attraktive Lizenzmodelle, die es auch kleineren Unternehmen ermöglichen, DefectRadar einzusetzen." Die kostenpflichtigen Lizenzen sollen auf der DefectRadar-Webplattform bezogen werden und eine flexible Ausstattung aller Beteiligten ermöglichen, so Dolinsek.

Praxiserfahrung
Die Idee zu dem System entstand laut dem Firmengründer, weil er selbst in dem Bereich tätig war und die Notwendigkeit dazu erkannt habe. "Als Fachbauleiter war eine meiner Aufgaben, die Ausführungsqualität aus Baustellen zu prüfen und entsprechend an die verantwortlichen Parteien zu kommunzieren", erzählt Dolinsek. Dabei sei es sehr ineffizient gewesen, diese Prozesse mit Papierplänen, Fotoapparat, Notzibuch, Diktiergerät und E-Mails zu managen. "Also habe ich die Idee geboren, ein Mängelmanagement-System auf Basis einer Web-Applikation und eine dazu passende App für mobile Geräte zu entwickeln."

Förderprogramm
Im Zuge des A1-Programms soll fortan jährlich ein ausgewähltes Jungunternehmen Starthilfe bekommen - unter anderem werden Büroräumlichkeiten zur Verfügung gestellt und mit Know-how weitergeholfen. Der Mobilfunker unterstützt die jungen Geschäftsleute beispielsweise  in Marketing- und Verkaufsfragen, bei technischen und rechtlichen Belangen sowie im Controlling.

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