© APA/AFP/JOHN MACDOUGALL/SAUL LOEB / JOHN MACDOUGALL, SAUL LOEB
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

B2B

Elon Musk verliert Prozess gegen OpenAI

Elon Musk musste sich im Rechtsstreit mit ChatGPT-Entwickler OpenAI geschlagen geben. Eine US-Jury im kalifornischen Oakland wies am Montag seine Klage gegen das Unternehmen ab. Die Geschworenen entschieden nach weniger als 2 Stunden Beratung einstimmig, dass Musk die Klage zu spät eingereicht habe.

Musk hatte OpenAI vorgeworfen, seine eigentlichen Ziele verraten zu haben. Man habe ursprünglich versprochen, Künstliche Intelligenz zum Wohle der Menschheit zu entwickeln. Das Unternehmen wurde 2015 von Sam Altman, Musk und anderen als gemeinnützige Einrichtung zur KI-Forschung gegründet. Musk verließ den Verwaltungsrat 2018. 

➤ Mehr lesen: Elon Musk zur ChatGPT-Firma: "Ohne mich würde OpenAI nicht existieren"

"Persönliche Gelddruckmaschine"

Jetzt wirft er Altman und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Greg Brockman konkret vor, die Non-Profit-Organisation "gestohlen" zu haben. Sie hätten ihn manipuliert, 38 Millionen Dollar zu spenden. Anschließend hätten sie das Start-up mithilfe von Microsoft hinter seinem Rücken zu einer persönlichen "Gelddruckmaschine" umgebaut, so Musk. 

Eine Gerichtsszene mit Jury, Anwälten und Richterin Yvonne Gonzalez Rogers unter einer US-Flagge.

Gerichtszeichnung des OpenAI-Prozess

Sam Altman soll dabei die Sicherheit der Technologie vernachlässigt haben, um sich stattdessen auf die Bereicherung von Investoren zu konzentrieren. OpenAI bestritt das und erklärte, Musk habe die Gewinnorientierung zunächst selbst vorangetrieben. Er habe erst dann geklagt, als er mit dem Plan gescheitert sei, an die Spitze des Unternehmens aufzurücken. Musk forderte Schadensersatz in Höhe von 134 Milliarden Dollar (115,14 Mrd. Euro) und die Entlassung von Altman und Brockman

➤ Mehr lesen: OpenAI lehnt Musks 97-Milliarden-Dollar-Angebot ab

Musk und OpenAI werfen sich Geldgier vor

Der Entscheidung war ein 11-tägiger Prozess vorausgegangen, in dem sich beide Seiten wiederholt Geldgier vorwarfen. Musks Anwalt Steven Molo versuchte wiederholt, Altmans Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen und ihn als nicht vertrauenswürdig darzustellen. OpenAI-Anwalt William Savitt erklärte in seinem Schlussplädoyer hingegen, Musk sei selbst nur auf Profit aus gewesen. "Herr Musk mag in einigen Bereichen ein goldenes Händchen haben, jedoch nicht bei KI", sagte Savitt.

Musks Anwalt behielt sich nach dem Urteil vor, in Berufung zu gehen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers dämpfte jedoch die Erfolgsaussichten, da die Frage der Verjährung eine Tatsachenentscheidung sei. "Es gibt eine Fülle von Beweisen, die die Feststellung der Geschworenen stützen, weshalb ich bereit war, die Klage sofort abzuweisen", sagte sie.

➤ Mehr lesen: Elon Musk soll Freundin als Spionin bei OpenAI eingesetzt haben

OpenAI steht vor Börsengang

Das Urteil fällt in eine entscheidende Phase für die KI-Branche. OpenAI bereitet sich auf einen möglichen Börsengang vor, der das Unternehmen mit einer Billion Dollar bewerten könnte. Einem Microsoft-Manager zufolge hat der Softwarekonzern bereits mehr als 100 Milliarden Dollar in die Partnerschaft mit OpenAI gesteckt. 

Zugleich rüstet auch Musk auf: Seine KI-Firma xAI gehört inzwischen zu seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX, das ebenfalls vor einem Börsendebüt steht. Dieses könnte den Börsengang von OpenAI vom Volumen her sogar übertreffen.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare