B2B
13.08.2018

Hacker dringen mit manipuliertem Fax in Firmennetzwerke ein

Sicherheitsforscher aus Israel und den USA haben in Druckern eine Lücke entdeckt, die Kriminelle für Angriffe ausnutzen könnten.

Faxe sind im Firmenbereich noch immer verbreitet. Mit Hilfe eines manipulierten Fax können die Angreifer einen Speicherfehler („Stack Overflow“) auslösen und damit dann in Firmennetzwerke eindringen, berichtet BBC.

Bei dem Angriff wird eine manipulierte Bilddatei an das Faxgerät geschickt. Das Faxgerät kann die Datei nicht richtig verarbeiten, produziert dann den Speicherüberlauf, mit dem sich wiederum die Hacker zusätzliche Rechte in dem vernetzten Gerät beschaffen. Dies könne dann als Ausgangspunkt für weitere Angriffe dienen. So könnten beispielsweise Netzwerke von Banken attackiert werden, erklärte Sicherheitsforscher Eyal Itkin.

Fax als "antike Technologie"

Fax sei „absolut unsicher“, sagte Yaniv Balmas von Check Point. Es handle sich um eine „antike Technologie, deren Protokolle sich in 30 Jahren nicht geändert haben“. Dennoch stünden Faxgeräte oft in einem Netzwerk mit anderen, schutzwürdigen Geräten. Der Fehler sei vermutlich nicht nur beim Marktführer HP, sondern auch in Geräten anderer Hersteller vorhanden, erklärte das Unternehmen Check Point Software, das Sicherheitssoftware entwickelt.

HP, der Hersteller der betroffenen Multifunktionsdrucker, wurde von Check Point auf die Schwachstelle hingewiesen und veröffentlichte daraufhin ein Software-Updaten. Experten befürchten allerdings, dass viele Besitzer von Multifunktionsdruckern ihre Geräte nicht ständig mit den neusten Updates versorgen.

Check Point erklärte, eigentlich müsse man aufhören, Fax zu benutzen, um absolute Sicherheit zu gewährleisten. Wenn man trotzdem nicht auf die Faxfunktion verzichten wolle, müsse man zumindest ein eigenes Netzwerk nur für Faxgeräte und Drucker einrichten.