B2B
25.03.2013

Keine Nokia-Patente für Googles VP8 Videocodec

Der finnische Konzern will Googles Ambitionen, seinen VP8 Videocodec zum Standard im Internet zu machen, stoppen und eigene Patente, die dafür benötigt werden, nicht freigeben. VP8 wird als proprietäre Technologie gesehen, die keinerlei Vorteil gegenüber dem weit verbreiteten H.264 Standard biete.

Nokia bevorzuge eine "offene und kollaborative" Herangehensweise bei der Erstellung neuer Standards, beschreibt das Unternehmen in einer Stellungnahme gegenüber FOSS Patents. Google hingegen versuchen, einen proprietären Standard zu forcieren. Der VP8 Videocodec verwende jedoch Nokia-Patente, die man nun nicht freigeben will.

Anfang März hat Nokia bereits HTC verklagt, weil VP8 in Android-Smartphone-Modellen implementiert wurde. Google hatte VP8 durch die Übernahme von On2 Technologies im Jahr 2010 erworben und betonte stets, den Videocodec als lizenzfreien Standard anbieten zu wollen.

Da dies durch die Nokia-Intervention nun unwahrscheinlicher wird, wird die Position des heute meistverbreiteten Codecs, H.264, gestärkt. H.264 wird unter der FRAND-Lizenzvereinbarung geführt. Zu fairen, begründeten und nichtdiskriminierenden Bedingungen (fair, reasonable, and non-discriminatory terms) kann H.264 von allen Marktteilnehmern kostenlos verwendet werden.

Nokias Schritt gegen Google wird von einigen Beobachtern als kämpferisches Zeichen gegen die "Weltherrschafts-Pläne" von Google gesehen. Hinter der Forcierung von VP8 als Teil des Audio-Video-Formats WebM wird der Versuch vermutet, mehr Kontrolle über das Internet zu erlangen.

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