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Korruptionsskandal Samsung-Chef kündigt Rücktritt an.

Tritt ab: Kwon Oh Hyun
Tritt ab: Kwon Oh Hyun - Foto: REUTERS/POOL
Der Chef des von einem Korruptionsskandal erschütterten koreanischen Technologie-Giganten, Kwon Oh Hyun, will für jüngere Führung Platz machen.

Angesichts einer „beispiellosen Krise“ sei es Zeit für einen Neustart mit einer neuen Unternehmensführung, erklärte Kwon am Freitag in Seoul.

Er fügte hinzu: Mit einem „neuen Geist und einer neuen Führung“ sei der Konzern besser für die kommenden Herausforderungen in der „sich schnell wandelnden IT-Branche“ gerüstet.

Haftstrafe

Im August war der Erbe des Samsung-Imperiums, Lee Jae Yong, wegen Bestechung, Unterschlagung von Gesellschaftsvermögen und Meineids zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Verfahren gegen Lee steht in Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um Südkoreas frühere Präsidentin Park Geun Hye. Lee wie auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung gegen das Urteil ein.

Der Mischkonzern Samsung Electronics, unter anderem größter Smartphone-Hersteller der Welt, ist für ein Fünftel der südkoreanischen Wirtschaftsleistung verantwortlich.

Rekordergebnis

Vor der Rücktrittsankündigung hatte Samsung Electronics ein Rekordergebnis angekündigt. Der Gewinn aus den Kerngeschäften im dritten Quartal 2017 werde im Jahresvergleich um nahezu das Dreifache auf etwa 14,5 Billionen Won (10,8 Milliarden Euro) steigen, teilte der südkoreanische Elektronikhersteller am Freitag in seinem Ergebnisausblick mit.

Die Schätzungen von Samsung Electronics decken sich in etwa mit den Erwartungen des Marktes. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen für den Zeitraum zwischen Juli und September einen Anstieg um 30 Prozent auf 62 Billionen Won. Wie üblich legt der Apple-Rivale genaue Geschäftszahlen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Steigende Chip-Preise

Neben robusten Verkaufszahlen profitieren die Chiphersteller auch von den steigenden Preisen. Die Preise für herkömmliche DRAM-Chips, die vor allem für PC-Arbeitsspeicher und Server verwendet werden, seien im Vergleich zum zweiten Quartal um 12 Prozent, geklettert, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Analysten bei KB Securities in Seoul. Die Preise für NAND-Flash-Speicher, die in Smartphones und Tablet-Computern eingesetzt werden, legten demnach um 21 Prozent zu.

Bei Smartphones baut Samsung nach dem Debakel mit brennenden Akkus bei seinem Vorzeigemodell Galaxy Note 7 im vergangenen Herbst auf den Nachfolger Note 8 und sein anderes Flaggschiff-Smartphone Galaxy S8, die beide in diesem Jahr eingeführt wurden.

(apa, afp) Erstellt am 13.10.2017, 06:25

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