Gates überrundete heuer den 74-jährigen mexikanischen Telekom-Tycoon Carlos Slim Helu, der mit einem Vermögen von 72 Milliarden Dollar auf dem zweiten Platz landete.

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B2B
04/23/2014

Telekom-Zentrale und Sperrminorität sollen in Wien bleiben

Österreichs Finanzminister will die Konzernzentrale der Telekom Austria auch bei der geplanten Allianz mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim in Österreich halten.

Das Zentrum muss Wien bleiben. Das wurde auch von den Verhandlungspartnern akzeptiert“, sagte Michael Spindelegger am Mittwoch. Zudem wolle der Staat weiterhin mindestens eine Sperrminorität von 25 Prozent und einer Aktie an der Telekom behalten. „Das war auch eine Vorgabe von mir“, sagte er. Damit bekräftigte Spindelegger zu Beginn einer entscheidenden Aufsichtsratssitzung über die Zukunft der Telekom österreichische Kernforderungen.

Verhandlungen bereits abgeschlossen

Der Staat hält 28,4 Prozent an dem Konzern und will seinen Anteil mit jenem von Slim bündeln. Der Milliardär - einer der reichsten Männer der Welt - hält über seinen Konzern America Movil 26,8 Prozent der Telekom-Aktien. Die Verhandlungen über die geplante Allianz seien abgeschlossen, sagte Spindelegger. Seit Mittwochmorgen tagt nun der Aufsichtsrat der Staatsholding ÖIAG, die den Telekom-Staatsanteil verwaltet. Sollte dieser grünes Licht geben, könnte Slim künftig gemeinsam mit der ÖIAG bei der Telekom Austria den Ton angeben. Gemeinsam kommen die beiden Großaktionäre auf gut 55 Prozent der Aktien - und müssten damit nach österreichischem Recht ein Übernahmeangebot an die übrigen Eigentümer machen.

Bei dem Pakt wollen sich die Großaktionäre bei wichtigen Entscheidungen bei der Telekom abstimmen. Früheren Angaben zufolge soll das Bündnis zunächst zehn Jahre laufen. Slim wolle seinen Anteil künftig auf mindestens 30 Prozent ausbauen und strebe die industrielle Führung bei der Telekom Austria an, hatte ÖIAG-Chef Rudolf Kemler gesagt. Für den mexikanischen Konzern wäre es ein wichtiger Schritt, seine Abhängigkeit vom südamerikanischen Heimatmarkt zu verringern. Die Telekom Austria ist neben Österreich auch in Südosteuropa vertreten. Slim ist auch an der niederländischen Telefongesellschaft KPN beteiligt.