Digital Life
21.06.2015

Amazon bezahlt Autoren nach gelesenen Seiten

Der E-Book-Branchenprimus nimmt bei seiner Flatrate Kindle Unlimited ab 1. Juli Änderungen bei der Vergütung unabhängiger Autoren vor.

Die Amazon vergangene Woche ankündigte, sollen unabhängige Autoren, die für Kindle Unlimited und die Kindle-Leihbücherei Inhalte zur Verfügung stellen, ab 1. Juli nach gelesenen Seiten bezahlt werden. Bislang wurden Autoren nach der Anzahl der „qualifizierten Leihen“ bezahlt, gemeint sind ausgeliehene Bücher, die mindestens zu zehn Prozent gelesen wurden.

Amazon begründet den Schritt damit, dass viele Autoren die Vergütung an die Länge der Bücher gekoppelt sehen wollten. Mit ein Grund für die Änderung dürfte auch sein, dass das Amazon-Vergütungsschema zu einer Flut kurzer Titel geführt hat, mit denen die Zehn-Prozent-Marke schnell erreicht werden konnte, wie lesen.net berichtet.

Rechenbeispiel

Amazon bringt auf seiner Kindle Direct Publishing-Plattform auch Beispiele für das neue Vergütungsschema. Bei angenommenen hundert Millionen gelesenen Seiten und einem dafür zur Verfügung stehenden Betrag von zehn Millionen Dollar würden Autoren eines 100-Seiten-Buches, das hundert Mal komplett gelesen wird, tausend Dollar verdienen.

Um bei den Seiten-Zählungen keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, hat Amazon den „Kindle Edition Normalized Page Count“ (KENPC) entwickelt, der sicherstellen soll, dass gelesene Seiten quer über Genres und Geräteeinstellung einheitlich gezählt werden können.