Digital Life
01/15/2013

Belgische Konsumentenschützer verklagen Apple

Der IT-Konzern soll durch unzureichende Kennzeichnung seiner Garantiebestimmungen gegen nationales und europäisches Verbraucherschutzrecht verstoßen. Dadurch würden Kunden zum Kauf von Apple Care-Paketen genötigt. Belgische Verbraucherschutzorganisationen haben nun Klage gegen den US-Konzern eingereicht.

Die Belgische Verbraucherschutzorganisation Test-Aankoop/Test-Achats hat am Montag eine Klage gegen Apple eingereicht. Der US-Technologiekonzern verletze mit seinen Garantiebestimmungen nationale und europäische Verbraucherschutzgesetze verstoßen. Die Garantiebestimmungen für Produkte seien "unklar" formuliert und würden auf andere, weitaus umfangreichere Dokumente verweisen, die noch dazu unvollständig seien. Des weiteren spricht Apple in seinen Produktbeschreibungen lediglich von einem Jahr Hersteller-Garantie, in der EU sind jedoch zumindest zwei Jahre Gewährleistung vorgeschrieben. Zur Verlängerung der Garantie kann bei Apple der sogenannte "Apple Care Protection Plan" erworben werden, der, je nach Geräteklasse, zwischen 29 und 349 Euro kostet und bis zu drei Jahre zusätzlichen Garantieschutz vorsieht.

Ähnliches Urteil in Italien
Bereits Ende 2011 war Apple in Italien wegen unzureichender Informationen zu Garantie und Gewährleistungspflicht zur Zahlung von 900.000 Euro verurteilt worden. Im März 2012 hatte dann Test-Aankoop/Test-Achats eine europaweite Initiative mit zehn weiteren europäischen Konsumentenschutzorganisationen gestartet, die von Apple eine Überarbeitung der Informationen forderte. Doch man sei laut Aussendung auf "taube Ohren" gestoßen und habe sich nun für rechtliche Schritte entschieden. Der Fall soll nun vor dem belgischen Handelsgericht entschieden werden.

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