Bombardier Global 8000 fliegt über verschneite Alpen mit klarem Himmel im Hintergrund.
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Schnellstes Flugzeug seit der Concorde bekommt EU-Zertifizierung

Der Flugzeugbauer Bombardier hat für den Jet Global 8000 die Musterzulassung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) erhalten. Das bedeutet, das Design erfüllt alle Sicherheits- und Umweltanforderungen der Europäischen Union. Das Dokument ist Voraussetzung dafür, dass das Flugzeug serienmäßig gebaut und im kommerziellen Luftraum der EU betrieben werden darf.

Das Besondere an der Global 8000 ist ihre Geschwindigkeit. Laut Bombardier ist es das schnellste zivile Flugzeug seit dem Überschallflieger Concorde. So erreicht die Global 8000 eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 0,95, das entspricht 1.173 km/h. Das ist sehr nah an der Schallmauer dran. In Testflügen wurde diese auch sogar durchbrochen.

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Zum Vergleich: Ein gewöhnlicher Kurz- und Mittelstreckenjet wie der Airbus A320 oder die Boeing 737 fliegt etwa mit Mach 0,78. Langstreckenjets sind schneller, die Boeing 747-8 hat eine Reisegeschwindigkeit von Mach 0,86, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Mach 0,92.

Legendäre Concorde 

In den Schatten gestellt wird das alles durch die legendäre Concorde. Das Überschallflugzeug hatte eine Reisegeschwindigkeit von über Mach 2, also mehr als die doppelte Schallgeschwindigkeit.

Die hohe Geschwindigkeit hatte auch ihren Preis. So war die Concorde extrem treibstoffhungrig. Ein Umstand, der einen wirtschaftlichen Betrieb sehr schwierig bis unmöglich machte. Dazu kamen Probleme aufgrund der Lärmbelästigung durch den Überschallknall und diverse Sicherheitsprobleme. 

Air France und British Airways, die einzigen beiden Betreiber der Concorde, flogen mit ihr um die Jahrtausendwende darum in erster Linie aufgrund ihrer Bedeutung als Statussymbol. Der tragische Absturz einer Maschine im Jahr 2000 bei Paris, der 113 Menschenleben forderte, läutete schließlich das Ende der zivilen Überschallfliegerei ein. 2003 hob zum letzten Mal eine Concorde ab, bis heute hat sich kein Flugzeughersteller mehr in solche Dimensionen vorgewagt. 

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Um all diese Geschwindigkeitsangaben besser zu verstehen, sollte man mit einigen Begrifflichkeiten vertraut sein.

Reise- vs. Höchstgeschwindigkeit

Wichtig ist der Unterschied zwischen Reise- und Höchstgeschwindigkeit. Reisegeschwindigkeit ist der Wert, bei dem das Flugzeug in der Regel unterwegs ist. Sie ist der beste Kompromiss zwischen Schnelligkeit und Treibstoffverbrauch

Höchstgeschwindigkeit hingegen ist das Limit, das ein Flugzeug aufgrund seiner Bauweise im Hinblick auf Sicherheit und Struktur im Alltagsbetrieb erreichen darf. 

Groundspeed vs. Airspeed

Bei all diesen Angaben spricht man in der Regel vom Airspeed. Das ist die Geschwindigkeit der Luft um das Flugzeug herum. Im Unterschied dazu gibt es den Ground Speed, also die Geschwindigkeit über dem Boden.

Ein vereinfachtes Beispiel, um den Unterschied zu erklären: Fliegt das Flugzeug etwa 850 km/h bei keinem Wind, sind Airspeed und Ground Speed ident. Bläst der Wind in der gleichen Situation allerdings mit 50 km/h entgegen, entsteht eine Airspeed von 900 km/h. 

Das funktioniert allerdings auch umgekehrt. Hat ein Flugzeug Rückenwind, steigert sich der Groundspeed, ohne dass der Airspeed zunimmt. Fliegt ein Flugzeug mit 850 km/h und hat 50 km/h Rückenwind, kommt es auf 900 km/h Ground Speed. Der Airspeed bleibt dennoch bei 850 km/h. 

Letzteres führt auch dazu, dass Flugzeuge gemessen am Ground Speed ihre Maximalgeschwindigkeit laut Airspeed überschreiten können. 2024 flog eine Boeing 777-200F laut Ground Speed mit 1.329,32 km/h und war damit schneller als die nominale Angabe der Schallgeschwindigkeit (1.234 km/h). Möglich wurde das dank 400 km/h Rückenwind. Der Airspeed lag somit bei lediglich etwas mehr als 900 km/h, deutlich innerhalb der Sicherheitsvorgaben in Bezug auf Höchstgeschwindigkeit. 

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Bombardier Global 8000 

Das heißt konkret also, dass die absolute Geschwindigkeit über dem Boden sehr stark vom Wind abhängt. Bei der Reichweite kommt die Global 8000 auf über 8.000 Seemeilen, das entspricht knapp 15.000 Kilometer. Damit kann man etwa Strecken wie von Singapur nach Los Angeles oder von London nach Perth nonstop fliegen. 

Angetrieben wird der Global 8000 von Turbofan-Triebwerken vom Typ General Electric Passport. Diese kommen auch bei den Vorgänger-Flugzeugen Global 7000 und 7500 zum Einsatz. 

Bombardier bewirbt die Maschine unter anderem auch mit einer luxuriösen Kabine und der Fähigkeit, auf besonders kurzen Bahnen starten und landen zu können. Das Flügeldesign soll zudem Turbulenzen minimieren. 

Der Jet ist erst seit kurzem auf dem Markt. Die ersten Exemplare werden derzeit ausgeliefert. Wer einen der Jets sein Eigen nennen möchte, muss mit Kosten von mindestens 75 Millionen Euro pro Stück rechnen.

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