Digital Life
15.04.2016

Britischer Webhoster löschte versehentlich seine Firma

Weil er eine Zeile Code falscheingegeben hat, steht ein britischer Webhosting-Anbieter nun vor dem Ruin.

Als er sich mit der Bitte um Hilfe an Serverexperten in dem Forum Server Fault (der Thread wurde mittlerweile gelöscht) wandte, war es bereits zu spät. Der britische Webhoster Marco Marsala hatte eine Zeile Code falsch eingegeben und damit sämtliche Daten seiner Firma und seiner Kunden ausradiert, berichtet der „Independent“.

Tabula rasa

Bei dem Code handelt es sich um den Befehl „rm –rf“: „rm“ steht für „remove“, das „r“ löscht alles in einem Verzeichnis und das „f“ steht für „force“ und sagt dem Computer, das er auf die üblichen Warnungen beim Löschen von Files verzichten kann. Aufgrund eines Schreibfehlers beschränkte der Code das Löschen der Files nicht auf ein bestimmtes Verzeichnis, sondern machte Tabula rasa. Seine und die Daten seiner rund 1500 Kunden verschwanden im digitalen Nirvana. Eine Verkettung unglücklicher Umstände führte dazu, dass auch sämtliche Back-ups gelöscht wurden.

Dass ihm nicht mehr zu helfen war, dürfte Marsala schon bald, nachdem er sich an die Experten von Server Fault gewandt hatte, klar geworden sein. „Sie brauchen keine IT-Experten, sondern einen Anwalt“, wurde ihm von einem Nutzer des Forum beschieden. Trösten kann sich Marsala allenfalls damit, dass er nicht der Einzige ist, der sein System durch einen Fehler auslöschte. Unter dem Titel „Monday morning mistake“ war auf Server Fault bereits ein ganzer Thread solchen Missgeschicken gewidmet.

Update 17.4.2016: Die Aktion stellte sich in der Zwischenzeit als Scherz heraus.