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Digital Life
09/29/2020

Cyberangriff auf Krankenhäuser legt Rechner lahm

Eine Ransomwareattacke auf eine große Spitalskette in den USA fand am Wochenende statt. Noch sind die Rechner offline.

von Barbara Wimmer

Angriffe von Cyberkriminellen auf Spitäler und andere Gesundheitseinrichtungen sind derzeit stark im Wachsen. Auch Analysen des Anti-Viren-Herstellers Kaspersky zeigen, dass sich derartige Angriffe häufen. Der Grund: In Krankenhäusern sind kritische Daten gespeichert.

Mit Universal Health Services (UHS) ist in den USA nun einer der größten Gesundheitsdienstleister von einer Ransomware-Attacke heimgesucht worden. Das heißt, alle Daten auf den Computern wurden verschlüsselt und Zugang gibt es erst wieder, wenn ein Lösegeld bezahlt wurde – oder die Einrichtung ein Backup der Daten einspielt. Die Attacke wurde am Sonntagmorgen in mehreren Einrichtungen in Kalifornien und Florida bemerkt, wie „Techcrunch“ berichtet.

Keine Daten gestohlen

Ein Informant sagte, dass auf dem Bildschirm die Botschaft „Schattenuniversum“ auftauchte. In Folge mussten alle Computer heruntergefahren werden und man sagte dem medizinischen Personal, dass es „Tage“ dauern würde, bis das Problem behoben sei. UHS bestätigte den Vorfall am Montag offiziell. Das IT-Netzwerk sei derzeit offline, weil es ein Cybersicherheitsproblem gegeben habe, heißt es. Angeblich sind zudem laut Angaben des UHS keine Patientendaten oder Daten von Angestellten kopiert und kompromittiert worden. Die Arbeit könne ganz normal weitergehen und Menschenleben seien keine gefährdet, heißt es.

Zu UHS gehören insgesamt 400 Spitäler und Gesundheitseinrichtungen in den USA und Großbritannien, in denen Millionen von Patienten pro Jahr betreut werden. Die Ransomware, die auf den Systemen gefunden wurde, ist einer russischen Cybercrime-Gruppe namens Wizard Spider zuzuordnen. Eugene Kaspersky, Gründer und CEO von Kaspersky, verurteilt die Angriffe scharf: „Jeder Angriff auf ein Krankenhaus zu diesem Zeitpunkt kann als gleichbedeutend mit einem Terroranschlag eingestuft werden.“

Anfang des Jahres hatten sich einige Gruppen von Ransomware-Herstellern offiziell dazu bekannt, während der Corona-Pandemie keine Krankenhäuser anzugreifen. Die Wizard Spider Gruppe war jedoch nicht unter diesen.

Ähnlicher Vorfall in Deutschland - mit Todesfolge

In Deutschland verstarb unlängst eine Patientin der Düsseldorfer Uniklinik in Folge eines Angriffs auf das IT-Netz mit einer Ransomware. Das System war aufgrund eines Cyberangriffs ausgefallen und die Frau musste in ein anderes Krankenhaus transportiert werden, wo sie gestorben ist. Der Angriff hatte zudem weitere Auswirkungen: Von 120 Operationen konnten lediglich 15 vorgenommen werden, auch weitere Patienten landeten in der Folge in anderen Krankenhäusern.

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