Digital Life
09.12.2013

Deutsche Telekom verbessert Handy-Verschlüsselung

Die deutsche Telekom stellt den Verschlüsselungsstandard für ihr GSM-Netz zum Ende des Jahres auf A5/3 um. Das soll Handy-Gespräche besser vor Abhören schützen.

Die Telekom will ihre 38 Millionen Handykunden in Deutschland mit einer neuer Sicherheitstechnologie besser vor neugierigen Mithörern schützen. Der Konzern werde für Telefonate auf dem GSM-Netz, über das die allermeisten Mobilfunkgespräche laufen, zum Jahreswechsel den Verschlüsselungsstandard A5/3 einführen, teilten die Bonner am Montag mit. Damit seien Gespräche im GSM-Netz besser gegen mögliches Abhören gesichert. Die Telekom sei der erste Mobilfunkanbieter in Deutschland, der die Technik landesweit einsetze. Bis zum Jahreswechsel solle die Umstellung, für die 30.000 Handy-Basisstationen aufgerüstet werden, über die Bühne gehen. Im UMTS- und LTE-Netz, auf dem in erster Linie Daten übertragen werden, seien ähnlich starke Verschlüsselungen bereits in Einsatz.

Einfaches Abhören möglich

Die bislang auf dem GSM-Netz eingesetzte Sprachverschlüsselung gilt seit Jahren als unsicher. Kundigen Hackern ist es ein leichtes, den alten Standard A5/1 mit entsprechend rechenstarken Computern zu überlisten und unbemerkt Gespräche zu belauschen. Weiterer Auslöser für die Einführung der neuen Verschlüsselung sind die Enthüllungen über die weitreichenden Schnüffeleien des US-Geheimdienstes NSA. „Das Vertrauen der Menschen in Telekommunikation und Internet hat durch die NSA-Affäre in den vergangenen Wochen stark gelitten“, sagte der für Datenschutz zuständige Telekom-Vorstand Thomas Kremer. Der Konzern tue alles, um mehr Sicherheit zu bieten. Die bessere Verschlüsselung von Mobilfunkgesprächen sei dafür ein wichtiger Schritt, ergänzte der frühere ThyssenKrupp-Manager.

Ob mit der neuen Technologie Handynutzer vor den großen Ohren der NSA sicher sind, ist offen. „Wir wissen nicht, mit welchen Techniken die NSA arbeitet“, sagte ein Konzernsprecher. Einen neuen Einblick in das Vorgehen der amerikanischen Schnüffler gewährte vorige Woche die „Washington Post“. Demnach hat der Geheimdienst Zugriff auf Kabel, die Handynetze über Landesgrenzen hinweg miteinander verbinden. Damit werden die Aufenthaltsorte von Mobilfunknutzern rund um den Globus gesammelt.

Daten sollen im Land bleiben

Die stärkere Handy-Verschlüsselung ist nicht die erste Aktion, mit der das Dax-Unternehmen das Vertrauen der Nutzer in das Internet wiederherstellen will. Beispielweise sollen nach dem Willen der Telekom Internet-Übertragungen, deren Sender und Empfänger in Deutschland sitzen, auch in den Landesgrenzen bleiben. Derzeit werden die Datenpakete manchmal aus Kostengründen über das Ausland geleitet. In einem zweiten Schritt soll die Vermittlung auf den Schengen-Raum ausgeweitet werden. Internet-Surfer werden davon nichts merken: Die Nutzung von populären Dienste wie Facebook oder Google soll wie bislang möglich sein.