Digital Life
07.03.2015

Gesucht: Die besten Lern-Apps von morgen

Innovative digitale Lernunterlagen sind derzeit noch Mangelware. Samsung möchte das mit einem „Mobile Learning“-Wettbewerb für Lehrer ändern.

Viele Lehrer haben mittlerweile erkannt, dass digitales Lernen große Vorteile mit sich bringt und dass es neben dem Frontal-Unterricht auch andere Formen des Lehrens gibt. In Österreich sollen Lehrer den jüngsten Plänen des Bildungsministeriums zufolge zudem mehr Freiheit bei der Einteilung der Unterrichtszeit bekommen. Dies würde auch dem fächerübergreifenden Arbeiten mit Smartphones und Tablets zugutekommen. Doch Lehrer, die mit digitalen Mitteln arbeiten, müssen sich derzeit in mühsamer Kleinstarbeit Inhalte suchen, die pädagogisch wertvoll sind. Die Suche nach geeigneten Inhalten und Lern-Apps für bestimmte Fächer und Schulstufen gestaltet sich nach Angaben von Lehrern oft als „sehr zeitintensiv“.

Ideenwettbewerb für Lehrer

Diesem Problem will der Technologiekonzern Samsung nun Abhilfe schaffen. Samsung startet den „Smart School Mobile Learning“-Wettbewerb, bei dem Ideen für innovative Lehr- und Lernunterlagen, digitale Spiele und Lernsoftware für Tablets und Smartphones gesucht werden. Mitmachen können alle Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter, die an österreichischen Bildungseinrichtungen tätig sind. „Mobiler Unterricht bietet enorme Möglichkeiten, sehr individuell auf die Persönlichkeit, Kenntnisse und Bedürfnisse der einzelnen Schüler einzugehen und so bessere Lernergebnisse zu erzielen“, erzählt Stuart Kang, der mit Jahresbeginn die Führung des Österreich-Geschäfts bei Samsung Electronics übernommen hat, der futurezone.

Das Unternehmen setzt sich bereits seit längerem dafür ein, dass Schulunterricht nicht nur analog, sondern auch digital stattfindet. Der südkoreanische Konzern hat in 23 europäischen Ländern 120 Klassenzimmer mit smarter Technologie wie Tablets und einer digitalen Schultafel ausgestattet, um die digitalen Fähigkeiten der Schüler zu fördern. In Österreich gibt es bereits 16 Tablet-Klassen, die mit der smarten Technik ausgestattet sind. „Die mit der Technik angeeigneten Kompetenzen wirken sich auch positiv auf das Selbstwertgefühl der Schüler aus“, sagt die Klassenlehrerin Maria Hochsteger von der Oskar-Spiel-Schule in Wien.

Digitale Fähigkeiten

Die digitalen Fähigkeiten der Schüler geben diesen jedoch nicht nur mehr Selbstbewusstsein, sondern sind ein wichtiger Baustein für ihre Zukunft, weil sie auch im Berufsleben stark nachgefragt werden. „Wir schlagen mit unserer Initiative eine Brücke zwischen dem, was die Schüler in ihrer Ausbildung an den Schulen lernen und den Bedürfnissen ihrer zukünftigen Arbeitergeber in der Wirtschaft“, sagt der Samsung-Österreich-Chef.

Die beste technische Ausrüstung hilft allerdings nichts, wenn es keine passenden Inhalte dazu gibt. Zwar tauschen die engagierten Lehrer bereits auf Konferenzen und über Lernplattformen eifrig Listen mit Lern-Apps aus, doch hier besteht Spielraum zur Verbesserung. „Wir glauben daran, dass Lehrer sehr viele kreative Ideen haben, wie sie ihren Unterricht noch einfacher, besser und interessanter gestalten können. Wir wollen allen Lehrern die Möglichkeit bieten, Ansätze, die schon lange in ihren Köpfen herumschwirren, zu formulieren und großartige Ideen Wirklichkeit werden zu lassen“, erklärt Kang.

Viele Vorteile

Dass man mit Apps den Unterricht verbessern kann, steht für die Lehrer in den smarten Klassenzimmern bereits nicht mehr zur Diskussion. Laut Experten regt der spielerische Umgang mit Lerninhalten oft dazu an, sich mit einer bestimmten Materie intensiver zu beschäftigen. „Es gibt viele inspirierende Beispiele. Eines ist ein Schüler, der bereits von vielen Lehrern aufgegeben wurde und der schließlich durch seine besonderen digitalen Kenntnisse Erster bei einem Roboter-Wettbewerb wurde. Ein anderes handelt von einem Mädchen mit Migrationshintergrund, das sich in der Klasse nicht verständigen konnte, das sich aber über seine besonderen Fähigkeiten im Umgang mit den Tablets in die Klassengemeinschaft integrieren konnte“, wie Kang von Samsung erzählt.

Eine Lehrerin, die mit vielen Schülern arbeitet, für die Deutsch eine Zweitsprache ist, bestätigt dieses Beispiel. Ursula Mulley nutzt Audio- und Video-Apps, um mit Schülern die Aussprache in Deutsch zu verbessern. „Dabei arbeiten die Kinder ihrem Leistungsgrad entsprechend“, erzählt Mulley, für die die Multimedialität einen großen didaktischen Mehrwert bietet. Samsung erhofft sich von dem„Mobile Learning“-Wettbewerbeine „signifikante Verbesserung des Unterrichts und eine Steigerung der Lernerfolge für die Schüler in Österreich“.

Bis Ende Mai kann eingereicht werden

Samsung sucht beim mLearning-Wettbewerb Ideen für innovative Lehr- und Lernunterlagen, digitale Spiele und Lernsoftware für Tablets und Smartphones. Der Wettbewerb spricht alle Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter über 18 an, die in Österreich arbeiten. Bis zum 27. Mai 2015 können Ideen eingereicht werden, die Preisverleihung findet Ende Juni in Wien statt. Eine Fachjury sucht die besten Einreichungen aus. Wer sich zu seiner Einreichung noch qualifiziertes Feedback holen möchte, um das Ergebnis zu verbessern, hat bis 15. April Zeit, um seine erste Einreichung abzugeben, um diese dann nach dem Feedback noch weiterentwickeln zu können.

Eingereicht werden können die Ideen in zwei Hauptkategorien und mehreren Unterkategorien. Einerseits werden Ideen für innovative Lernunterlagen gesucht, andererseits Ideen für Lernsoftware und ein digitales Spiel für Tablets und Smartphones. Die Unterkategorien widmen sich den Bereichen Sprach- und Leseförderung, forschendes Lernen, Förderung von Kreativität und spielbasiertes Lernen. Die Sonderkategorien widmen sich dem fächerübergreifenden, schulformenübergreifenden, schulstufenübergreifenden und schulübergreifenden Unterricht.

Zu gewinnen gibt es Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro. Darunter als Hauptpreis die Ausstattung einer Schulklasse mit einem smarten Klassenzimmer sowie als zweiten Preis die Produktion der entwickelten Lern-App für Android-Smartphones sowie die Teilnahme an der Bildungsmesse "What Works" in London im April 2016.

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