Cybercrime
06/26/2012

Globaler Ring von Cyber-Kriminellen aufgedeckt

Mit in Banken eingeschleuster Schadsoftware erbeutete der "High Roller"-Ring bis zu zwei Milliarden Euro

Einen weltweit operierenden Ring von Cyber-Kriminellen haben Experten des IT-Sicherheitsspezialisten McAfee aufgedeckt. Der Ring mit der Bezeichnung „High Roller" bestehe aus mindestens einem Dutzend Gruppen, die weltweit tätig seien, teilten McAfee und Guardian Analytics am Dienstag mit. Der entstandene Schaden wird auf 60 Millionen bis zwei Milliarden Euro geschätzt. Allein in Deutschland seien 176 Konten geplündert und rund eine Million Euro entwendet worden. Die Opfer des Betrugsrings seien Finanzinstitute aller Größenordnungen.

„Bislang nahm man an, dass nur große Finanzinstitute Ziel von Cyber-Kriminellen sein wrüden, doch die jetzt entdeckten Attacken zielen auf die gesamte Finanzbranche - von Kreditanstalten über globale Banken bis hin zur kleinen Regionalbank", sagte Hans-Peter Bauer, Europa-Chef bei McAfee. Dabei gingen die Räuber äußerst geschickt vor. So würden zum Beispiel Schadprogramme eingesetzt, die eigenständig Geld auf sogenannte Mule-Konten transferierten. Solche Konten haben rechtmäßige Inhaber, die als Geldkuriere arbeiten.

Das Vorgehen der Betrügerbande erfordere nicht nur Erfahrung mit Schadprogrammen, so die Sicherheitsexperten von McAfee. Es seien auch tiefergehende Kenntnisse über Banktransaktionen nötig. Es zeige, dass Cyber-Kriminelle immer gezielter vorgehen könnten, wenn sie entsprechendes Know-how und Insider-Wissen bündeln können.