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Digital Life
05/14/2019

Google eröffnet Datenschutzzentrum in München

Der US-Internetkonzern stellt zehn Millionen Euro für Sicherheitsprojekte europäischer Initiativen bereit.

von Patrick Dax

Google eröffnete am Dienstag in München sein Zentrum für Sicherheit und Datenschutz. Die Mitarbeiterzahl im Münchner Google Safety Engineering Center soll innerhalb eines Jahres auf rund 200 verdoppelt werden, sagte Kent Walker. Er ist bei Google für Global Affairs zuständig. Insgesamt sind bei Google in München rund 1000 Mitarbeiter tätig.

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In München entstanden bereits in der Vergangenheit zahlreiche Google Datenschutzprodukte, etwa der Google Account, über den Nutzer die Datenschutzeinstellungen über verschiedene Google-Produkte hinweg kontrollieren und ändern können. 20 Millionen Nutzer würden täglich davon Gebrauch machen, sagte Walker.

Die Privatsphäreeinstellungen sollen künftig auch über diverse Google-Produkte hinweg direkter und schneller angesteuert werden können, kündigte Google-Manager Mark Risher an. Schon heute können eingeloggte Nutzer in der Google-Suche über ihr Profil-Foto direkt auf die Einstellungen zugreifen. Künftig soll dies etwa auch in Google Maps und dem Google Assistant möglich sein.

 

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Inkognito-Modus und automatische Datenlöschung

Auch der aus dem Google-Browser Chrome Inkognito-Modus soll für weitere Google-Produkte angeboten werden. Seit kurzem ist er für YouTube verfügbar, Maps und Suche sollen zeitnah folgen. Von Google gespeicherte Daten sollen künftig auch automatisch gelöscht werden können. Google will, wie auch schon auf der Entwicklerkonferenz I/O angekündigt, automatische Löschoptionen etwa für Aktivitäts- und Standortdaten nach drei und 18 Monaten anbieten.

Dass der Internetkonzern durch bereits erfolgte und geplante gesetzliche Vorgaben in Europa und den USA unter Druck gerate, stellte Google-Manager Walker in Abrede. Man bemühe sich weltweit gesetzliche Vorschriften zu erfüllen, arbeite aber auch unabhängig davon an der Verbesserung des Datenschutzes. Der schnelle Zugang zu den Datenschutzeinstellungen im Google Account sei ebenso auf unternehmenseigene Initiativen zurückzuführen, wie die verbesserte Kontrolle über die gespeicherten Daten.

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Zehn Millionen Euro für Sicherheitsprojekte

Der Internetkonzern kündigte in München auch einen mit insgesamt zehn Millionen Euro dotierten Fonds an, mit dem Sicherheitsprojekte europäischer Initiativen, Organisationen und Universitäten unterstützt werden sollen. Als Partner fungiert dabei dabei das Institute for Strategic Dialogue (ISD). Von "Google.org Impact Challenge on Safety" könnten Projekte, die sich der Bekämpfung von Hass und Extremismus widmen, ebenso profitieren, wie Initiativen für Online-Sicherheit, sagte Google Managerin Kristie Canegallo.

Europäische Initiativen könnten ihre Projekte bei dem Fonds einreichen und mit bis zu einer Million Euro Unterstützung rechnen. Im Mai sollen dazu quer durch Europa Informationsveranstaltungen stattfinden, kündigte Canegallo an.

In Großbritannien, wo Google in Partnerschaft mit ISD erste Initiativen förderte, seien bereits vielversprechende Programme und Technologien entwickelt worden, teilte Google mit. Als Beispiele wurden etwa das Programm KO Racism genannt, bei dem Box-Workshops mit Diskussionen über Rassismus verbunden werden, oder das Projekt Virtual Inclusion der Open University, das Nutzer mittels Virtual Reality den Alltag sozial diskriminierter Jugendlicher näherbringt.