Digital Life
16.10.2012

Großbritannien liefert Hacker nicht an USA aus

Bei einer Auslieferung des 46-jährigen, der in Computer des US-Militärs eindrang, drohe Selbstmordgefahr.

Großbritannien hat sich in einem langwierigen und Aufsehen erregenden Fall gegen die Auslieferung eines Computer-Hackers an die USA entschieden. Es bestehe große Gefahr, dass der 46-jährige Gary McKinnon Selbstmord begehe, wenn ihm in den USA der Prozess gemacht werde, sagte Innenministerin Theresa May am Dienstag. Aus Menschenrechtsgründen werde man ihn deshalb nicht ausliefern und stattdessen prüfen, ob er in Großbritannien vor Gericht müsse. Zwischen den USA und Großbritannien gibt es ein umstrittenes Sonderabkommen über die Auslieferung von Straftat-Verdächtigen, das May nun leicht verändern will.

Auf der Suche nach UFOs
Der Brite McKinnon soll Dutzende Computer des US-Militärs gehackt haben. Er selber behauptet, er sei auf der Suche nach Informationen zu UFOs gewesen. Er hatte rund 10 Jahre durch verschiedene Instanzen gegen seine Auslieferung gekämpft, in den USA drohte ihm eine möglicherweise lebenslange Gefängnisstrafe. McKinnon hat das Asperger-Syndrom, eine Form von Autismus.

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