© Pu Wang, MIT

Verkehr
02/18/2013

Handyortung hilft bei Lösung von Stauproblemen

Zwei US-Universitäten analysieren die Bewegungsdaten von hunderttausenden Verkehrsteilnehmern in und um Boston und San Francisco. Dabei wurde festgestellt, dass nur eine kleine Anzahl an Pendlern aus genau definierbaren Gebieten für die gröbsten Staus verantwortlich sind.

Im Falle von Boston wurden Handys von 680.000 Personen anonymisiert geortet und ihre Bewegung durch das Sendernetz verfolgt. Das Resultat ist eine der genauesten Karten von Verkehrsmustern, die jemals konstruiert wurde, schreibt der Boston Globe.

Kleine Menge, große Auswirkungen
Die Erkenntnisse daraus erstaunten die Forscher des MIT und der UC Berkeley. Sie fanden heraus, dass während der Rush Hours ganze 98 Prozent des Straßennetzes nicht voll ausgelastet waren, während nur zwei Prozent über ihrer Benutzungs-Kapazität lagen. Diese zwei Prozent aller Straßen in und um Boston wurden wiederum nur von Fahrern aus 15 von 750 Zensusgebieten verstopft. Sie benutzten die Schlüsselstellen am häufigsten.

Verkehrsplanung
Die Studienergebnisse von Boston, welche bereits im Dezember 2012 veröffentlicht worden waren, können nun dabei helfen, den Verkehr der Stadt besser zu planen. Eine Handlungsmöglichkeit könnte etwa eine gezielte Strategie darstellen, bei der die Fahrer aus den Problembereichen zum Umstieg auf andere Verkehrsmittel bewegt werden.

Gezielte Blockade
Würde man ein Prozent aller Verkehrsteilnehmer per Zufallsauswahl vom Fahren (zur Rush Hour) abhalten, könnten Staus um bis zu drei Prozent reduziert werden. Werden ein Prozent aller Verkehrsteilnehmer aus den spezifischen Problemregionen gewählt, könnten sich Staus aber um bis zu 18 Prozent reduzieren lassen.

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