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Browser
11/10/2010

Mozilla zündet Turbo Boost für Firefox 4

Mit Firefox 4 will es Mozilla noch einmal wissen. Während Microsofts Internet Explorer immer noch in der technischen Aufholjagd steckt, ist der beliebte Open-Source-Browser in puncto Geschwindigkeit mittlerweile selbst zum Gejagten geworden. Wie Mozilla mit Firefox 4 punkten will, verrät Mozilla-Europe-Chef Tristan Nitot im Interview mit der FUTUREZONE.

von Martin Stepanek

Mit der gerade veröffentlichten Betaversion 7 lässt sich Mozilla erstmals wirklich in die Karten blicken. "Bei der aktuellen Beta dreht sich alles um verbesserte Geschwindigkeit und Leistung", erklärt Nitot. "Neben der stark überarbeiteten Javascript-Engine ist nun auch die volle Hardware-Beschleunigung aktiviert." In der Praxis bedeutet dies, dass Firefox 4 für den Aufbau von Webseiten den bisher vernachlässigten Grafikprozessor des Rechners heranzieht. Damit soll die Darstellung von komplexen Seiten entscheidend beschleunigt werden.

Geschwindigkeit ist Trumpf

Die verbesserte Javascript-Engine wiederum spielt für webbasierte Applikationen bzw. sämtliche AJAX-basierte Webseiten wie Gmail, Google Maps und andere desktopähnliche Services eine wichtige Rolle. "Die letzten Benchmark-Tests zeigen, dass wir mit der neuen Beta zu Chrome und Safari aufschließen und diese teilweise sogar unterbieten können", zeigt sich Nitot zufrieden. Der Geschwindigkeitsboost ist auf die Engine-Entwicklung JaegerMonkey zurückzuführen, die in Beta 7 bereits fast vollständig umgesetzt wurde.

Dass Firefox gerade von technikverliebten Early Adopters zunehmend wegen seiner Geschwindigkeit gegeißelt wird, will Nitot im Gespräch mit der FUTUREZONE gar nicht in Abrede stellen. Gleichzeitig sei der Browser in den vergangenen Monaten aber ohnehin schon schneller geworden. "Das Problem ist, dass die Leute uns jetzt nicht mehr mit dem Internet Explorer, sondern mit Chrome vergleichen, der ungleich schneller als der Microsoft-Browser ist", sagt Nitot.

Arbeit hinter den Kulissen

Dazu komme, dass hinter den Kulissen bereits zwei Jahre intensiv an der besseren Performance gearbeitet wurde, die Öffentlichkeit von dieser Entwicklung aber kaum etwas mitbekam. "Für die User werden diese Fortschritte erstmals mit der neuen Beta 7 bzw. spätestens mit der finalen Version spürbar werden. Insofern ist dies ein sehr wichtiger Release für uns", meint Nitot.

Zusätzlich zur Hardware-Beschleunigung beim Aufbau komplexer Seiten greift Mozilla bei Firefox 4 auch bei der Darstellung von 3D-Grafiken im Browser auf den Grafikprozesser zurück. Der unterstützte Standard WebGL ermöglicht das plug-in-freie Einbinden von 3D-Grafiken und -Objekten und soll ebenfalls von der nun umgesetzten Hardware-Beschleunigung profitieren.

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Kosmetische Änderungen ausständig

In der aktuellen Beta noch nicht umgesetzt sind einige kosmetische und Usability-Änderungen, die für die finale Version noch vorgesehen ist. "Das hat bei Mozilla Tradition, dass die sichtbaren Veränderungen an der Oberfläche erst ganz spät in einer neuen Version umgesetzt werden. Ob sich diesbezüglich bei Firefox 4 noch was gravierend ändern wird, werden wir erst sehen", meint Nitot.

Wann die finale Version veröffentlicht wird, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich muss man sich dabei noch bis zum nächsten Jahr gedulden. Firefox-Fans können sich aber jetzt schon als Tester bemühen und die aktuelle Betaversion 7 auf ihre Rechner laden.

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(Martin Stepanek)

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