Digital Life
06.10.2017

RTR erlaubt Spusu das Verrechnen von Roaming-Gebühren

Der virtuelle Mobilfunker hat bei der RTR angesucht Roaming-Gebühren verlangen zu dürfen. Laut Spusu wird sich für Kunden vorerst aber nichts ändern.

Mit dem 15. Juni 2017 haben die Roaming-Gebühren ein Ende gefunden – zumindest in den meisten Fällen. Es gibt Ausnahmen, wie im Fall von Spusu. Der virtuelle Mobilfunker hat bei der RTR angesucht seinen Kunden Aufschläge für Telefonie, SMS und Daten verrechnen zu dürfen. Die RTR hat das Ansuchen bewilligt.

Demnach darf Spusu von allen Bestands- und Neukunden Aufschläge von 0,0504 Euro pro Minute, 0,024 Euro pro abgehender SMS und 0,01044 Euro pro MB verlangen. Die Genehmigung gilt vom 3. Oktober 2017 bis zum 2. Oktober 2018.

Stellungnahme

In diversen Foren haben Spusu-Kunden ihren Unmut darüber Luft gemacht, weshalb Spusu jetzt mit einer offiziellen Stellungnahme reagiert hat. Demnach werde sich derzeit weder für Bestands- noch Neukunden etwas ändern. „Auch ein Teil der Daten kann weiterhin ohne Aufpreis im Ausland genutzt werden. Diese Daten stellt spusu, trotz Bewilligung der RTR, freiwillig zur Verfügung. Bestehende Kunden sind von den neuen Entgeltbestimmungen nicht betroffen. Daran wird sich auch nichts ändern“, verspricht Spusu-Geschäftsführer Franz Pichler.

Für künftige Kunden werden die Kosten für Telefonie, SMS und Daten erhöht, die nach dem Verbrauch der Freieinheiten fällig sind. „Aber auch nach dem genehmigten Aufschlag sind unsere Konditionen günstiger, als bei vielen anderen Mitbewerbern“, so Pichler. Die Genehmigung wurde erteilt, weil laut der RTR durch die EU-Verordnung „die Tragfähigkeit des inländischen Entgeltmodells von Spusu nicht sichergestellt wäre.“

In der Aussendung beschwert sich Spusu über die EU-Roamingverordnung und bezeichnet diese als „gescheitert“. Sie zwinge Spusu „7,70 Euro pro Gigabyte bei anderen Providern einzukaufen. Der Verkaufspreis an den Endverbraucher liegt bei Spusu lediglich bei 4 Euro.“ „Wir stehen nach wie vor dafür ein, dass dem Kunden die gesamten Daten im EU-Raum zur Verfügung stehen sollten. Jetzt begnügen sich diese mit wenigen Daten, während sich die großen Netzbetreiber eine goldene Tasche verdienen und günstige Anbieter ohne eigenem Netz auf längere Sicht gesehen auf der Strecke bleiben. Die EU-Kommission ist vor der Lobby der Großanbieter in die Knie gegangen“, so Pichler.

Spusu ist am 15. Juni 2015 im Netz von Drei gestartet. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen rund 100.000 Kunden.