Digital Life
23.08.2016

Schweiz klagt drei Männer wegen weltweitem Phishing an

Drei mutmaßliche Betrüger sollen im Internet über 130.000 Kreditkartendaten erbeutet haben. Erstmals wird in der Schweiz deshalb ein Verfahren wegen Phishings geführt.

Vor dem obersten Strafgericht der Schweiz müssen sich drei mutmaßliche Betrüger verantworten, die sich im Internet mindestens 133.600 Kreditkartendaten verschafft haben sollen. Die Schadenssumme belaufe sich auf mehrere Millionen Franken, teilte die Bundesanwaltschaft in Bern am Dienstag.

Die Angeklagten aus Nordafrika seien zwischen 2009 und 2014 beziehungsweise 2015 weltweit tätig gewesen, ehe sie in Bangkok verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert wurden. Die Daten hätten sie sich mithilfe von sogenannten Phishing-Attacken mit gefälschten Emails, Webseiten und Kurznachrichten besorgt. Es ist das erste Mal, das in der Schweiz ein weltweites Strafverfahren wegen Phishing geführt wird.

Obwohl die Beschuldigten nicht von der Schweiz aus operierten sehen sich die Strafverfolger in Bern als zuständig an, da auch Schweizer Banken und Kreditkarteninhaber geschädigt wurden, wie ein Behördensprecher sagte. Die Beschuldigten seien geständig, sie befänden sich in Untersuchungshaft. Ein Datum für den Prozessbeginn steht noch nicht fest.