Digital Life
04.11.2014

Wasserflaschen dank Scanner im Handgepäck

Die Beschränkungen für den Transport für Flüssigkeiten im Handgepäck könnten dank eines neuen Scanners aus Großbritannien fallen.

Für viele Flugpassagiere ist die Einschränkung bei der Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck ein großes Ärgernis. Der technologische Fortschritt bei Flüssigkeitsscannern könnte dabei helfen, die derzeitige Rechtslage zu lockern. Große Hoffnung wird in ein neues Gerät der britischen Firma Cobalt Light Systems gelegt, das mittels Laserstrahlen gefährliche Flüssigkeiten, wie etwa Sprengstoff, erkennt. Das Gerät könnte aber nicht nur die Sicherheitsüberprüfung am Flughafen, sondern auch die Medizin oder den Konsumentenschutz revolutionieren.

Durchleuchtet

Das Gerät ist etwa so groß wie ein Kopierer und kostet pro Stück 40.000 Pfund (51.170 Euro). An seiner Vorderseite befindet sich eine Schiebetür. Will man etwa den Inhalt einer Plastikflasche testen, stellt man diese in das Gerät und schließt die Tür. Im Inneren wird das Gefäß mit Laserstrahlen aus verschiedenen Winkeln beschossen.

Die Strahlen durchdringen das Testobjekt teilweise. Durch die chemische Zusammensetzung des Testobjekts verändert sich das Lasersignal. Diese Veränderungen bilden einen genauen „Fingerabdruck“ von Flasche und Flüssigkeit. Durch die unterschiedlichen Winkel der Laser können separate Werte für Gefäß und Inhalt errechnet werden.

Forschungsleistung

„Mit unserer Methode erhalten wir ein Spektrum des Inhalts, so als ob es kein Gefäß gäbe“, sagt Paul Loeffen, der Geschäftsführer von Cobalt Light Systems. Bei der Methode handelt es sich um die räumlich versetzte Raman-Spektroskopie. In den 1930er-Jahren entdeckte der indische Physiker C.V. Raman, dass sich die Wellenlänge von Licht leicht verändert, wenn man ein Objekt beleuchtet. Dadurch kann man dessen Material identifizieren. Die Methode wurde von der britischen Forschungseinrichtung Science and Technology Facilities Council weiterentwickelt. Zur Vermarktung gründete man Cobalt Light Systems.

Der Flüssigkeitsscanner Insight 100 wird derzeit an 65 europäischen Flughäfen getestet, wie der Guardian berichtet. Am Flughafen Wien nicht. Ob anderswo im Lande, ist unklar. Das Innenministerium hält sich auf Nachfrage bedeckt und verweist auf die Richtlinien der EU.

Vielfalt

Die Funktionsweise des Scanners könnte auch abseits von Flughäfen Verwendung finden. „Man kann Chemikalien hinter Barrieren identifizieren, auch wenn diese Barriere Haut und Fleisch sind“, sagt Loeffen. Mit dem Scanner könnten etwa Krankheiten wie Osteoporose ohne Operation festgestellt werden. Auch bei der Qualitätskontrolle von Produkten kann er eingesetzt werden, ohne dabei Verpackungen öffnen zu müssen.