Orangefarbene Lichtkugeln fliegen über den Himmel, Trümmer einer SpaceX-Rakete über Turks- und Caicosinseln.

Orangefarbene Lichtkugeln fliegen über den Himmel, Trümmer einer SpaceX-Rakete über Turks- und Caicosinseln.

© Marcus Haworth via REUTERS / Marcus Haworth@marcusahaworth
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Trümmer von SpaceX-Starship hätten beinahe Passagierflugzeug getroffen

Was sich im Jänner am Himmel der Karibik abgespielt hat, kann durchaus als Chaos bezeichnet werden. Nachdem die SpaceX-Riesenrakete Starship zu einem Testflug abgehoben war, zerbrach die obere Raketenstufe und verteilte sich großflächig in der oberen Erdatmosphäre. 

Die Trümmerteile gingen als spektakulärer Feuerregen am abendlichen Himmel nieder. Was am Boden als faszinierendes Schauspiel zu sehen war, brachte mehrere Passagierflugzeuge in Gefahr. In einem Bericht der US-Flugsicherheitsbehörde FAA ist sogar von einem "potenziell extremen Sicherheitsrisiko" die Rede, wie das Wall Street Journal berichtet.

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Mayday wegen Treibstoffmangel

Insgesamt 450 Passagiere in 3 Flugzeugen waren einer erheblichen Gefahr ausgesetzt, heißt es. Die Maschinen mussten umgeleitet und in Warteschleifen geschickt werden. Dabei kamen sich 2 der Flugzeuge so nahe, dass sie zusammengestoßen wären, wenn die Lotsen nicht eingegriffen hätten. 

Schließlich mussten alle 3 Flugzeuge einen Treibstoffnotfall melden und einen Mayday-Ruf absetzen. Auf eigene Gefahr navigierte eines der Flugzeuge durch gesperrten Luftraum, um mit dem verbleibenden Treibstoff noch den Flughafen erreichen zu können. 

Wie die Aufarbeitung der Vorfälle zeigt, hätte es gar nicht so weit kommen müssen. Denn angeblich wurden die Fluglotsen nicht wie vorgesehen von SpaceX über die Explosion des misslungenen Raketenstarts informiert, sondern von Piloten, denen die herabfallenden Trümmerteile aufgefallen waren.

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Es wurde zu spät reagiert

Eigentlich gibt es für solche Vorfälle eine eigene Hotline der FAA, bei der SpaceX umgehend hätte Bescheid geben müssen. Dann wäre rasch eine No-Fly-Zone eingerichtet worden und die Fluglotsen hätten die betroffenen Maschinen informieren und umleiten können. 

Für Raketenstarts wird ein solches Sperrgebiet definiert, sollte es beim Start zu Problemen kommen. Sobald die FAA über einen missglückten Raketenstart informiert wird, wird auch die vorher festgelegte No-Fly-Zone aktiviert. SpaceX habe aber erst 15 Minuten, nachdem ihre Rakete explodiert war, den Vorfall gegenüber der FAA bestätigt, heißt es im Bericht des Wall Street Journals. 

SpaceX wollte sich nicht gegenüber dem Wall Street Journal äußern. Nach Veröffentlichung des Berichts kritisierte das Unternehmen von Elon Musk diesen aber in untergriffigem Ton. Der Artikel sei irreführend, die involvierten Reporter hätten mit Hintergedanken berichtet, schreibt SpaceX in einem Posting.

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Überprüfung überraschend gestoppt

Und noch etwas wirft dringende Fragen auf: Mehrere Wochen nach dem Vorfall hatte die FAA im März eine Überprüfung der Verfahren im Umgang mit Raketentrümmern ins Leben gerufen. Es sollten mögliche Verbesserungen angestrebt werden. Im Mai wurde festgestellt, dass es hohe Risiken für die Flugsicherheit durch herabfallende Raketentrümmer gibt. 

Doch im August wurde die Überprüfung überraschend gestoppt beziehungsweise pausiert. Warum ist unklar. Die FAA betont aber gegenüber dem Wall Street Journal, dass sie alles unternehmen werde, um die Sicherheit in der Luftfahrt zu gewährleisten.

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