Ein Mann sitzt vor einem Laptop und telefoniert

Symbolbild Spam 

© unsplash
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Digital Life

So schützt man sich vor Spam-Anrufen

Wenn das Smartphone läutet und darauf ein anonymer Anrufer erscheint, handelt es sich oft um Spam. Dann ist Stress oft vorprogrammiert: Menschen, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben, vermeintliche Bankberater oder ein Problem mit Paypal. 

Die Betrüger manipulieren Menschen und versuchen sich einen Vorteil zu verschaffen: “Ziel der Anrufe ist meistens finanzieller Schaden. Opfer werden dazu gebracht, Überweisungen zu tätigen, Bankdaten preiszugeben oder Fernwartungssoftware zu installieren”, sagt Sandra Pöheim von der Watchlist-Internet.  

Bei dieser Informationsplattform gibt es laufend viele Meldungen zu Betrugsverdachts-Fällen, oft über Tausend pro Monat. Bei der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) wurden im Jänner 1000 belästigende Anrufe gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Hier kommen technische Möglichkeiten, um diesen unerwünschten Anrufen einen Riegel vorzuschieben. 

➤ Mehr lesen: Schutz vor Betrug: Wo bleibt Österreichs SMS-Firewall? 

Möglichkeiten bei iOS

Wer ein iPhone besitzt, kann unbekannte Anrufer unterdrücken. Das funktioniert, indem man in den Einstellungen nach der Telefon-App sucht. Wenn man nach unten scrollt, findet man die Option “Unbekannte Anrufer stumm schalten”. Diese Anrufe werden dann an den Anrufbeantworter weitergeleitet und in der Anrufliste angezeigt. Bei Anrufen von gespeicherten Kontakten, Personen, die kürzlich angerufen haben, sowie Siri-Vorschlägen klingelt das Smartphone weiterhin. Wenn allerdings der Lieferant anruft und man die Nummer nicht eingespeichert hat, wird dieser nicht durchkommen.

An dieser Stelle gibt es seit iOS 26 auch einen Anruffilter für Spam-Anrufe. In Österreich ist dieser aber noch nicht verfügbar. Wenn eine unbekannte Nummer anruft, klingelt das iPhone nicht. Stattdessen nimmt eine künstliche Stimme den Anruf an und fragt nach dem Grund des Anrufs. Diese Informationen erscheinen dann als Transkript am Bildschirm, sodass man entscheiden kann, ob man den Anruf annehmen will oder nicht. Eine andere Möglichkeit ist, unbekannte Nummern zu blockieren, wenn sie zu nervig werden. Dafür klickt man in der Anrufliste auf die anonyme Nummer. Ganz unten findet man dann die Option “Kontakt blockieren”.  

➤ Mehr lesen: Handy infiziert? Auf diese 9 Warnzeichen solltet ihr achten

Spam-Schutz bei iOS

Möglichkeiten bei Android

Um sich bei Pixel-Smartphones vor Spam zu schützen, klickt man auf die Telefonapp und dann auf die 3 Striche in der linken oberen Ecke. Dort findet man die Option “Einstellungen”. Klickt man darauf, erscheint “Anrufer-ID und Spam”. Hier kann man “Anrufer- und Spam-ID anzeigen”, wodurch Geschäfts- und Spamnummern erkannt werden. Außerdem kann man “Spamanrufe herausfiltern”, um nicht von Spamanrufen gestört zu werden. Google warnt dann auch vor Anrufen, die Spam sein könnten. Klickt man in den Einstellungen der Telefon-App auf “Blockierte Nummern”, kann man unbekannte Nummern auch blockieren, sodass das Smartphone nicht mehr klingelt, wenn so eine Nummer anruft.

Spamschutz bei Pixel-Smartphones

Bei Samsung Galaxy Smartphones tippt man wieder auf die Telefon-App und dann auf die 3 Punkte, die sich hier rechts oben befinden. Dort erscheint die Option “Einstellungen” auf. Hier gibt es ebenfalls die Option “Unbekannte/private Nr. ausblenden”. Außerdem können dort bestimmte Nummern hinzugefügt werden, die blockiert werden sollen. Direkt unter diesem Punkt findet man auch die Option “Anrufer-ID und Spam-Schutz”. Auch mit dieser Einstellung werden Spam-Versuche als solche gekennzeichnet. So oder so ähnlich funktioniert das auch bei anderen Android-Smartphones. 

➤ Mehr lesen: KI-Browser fallen auf Betrüger leichter herein als Menschen

Spamschutz bei Samsung Galaxy

Apps, die vor Spam schützen

Es gibt auch einige Apps, mit denen man eingehende Anrufe überprüfen und Spam identifizieren kann. Die Apps nutzen dafür Datenbanken, die von Nutzerinnen und Nutzern befüllt werden. Melden mehrere Personen eine dubiose Nummer, landet sie auf einer “schwarzen Liste”, wodurch das Smartphone nicht mehr läutet, wenn eine gemeldete Nummer anruft. Zu diesen Apps zählen “Truecaller”, “Hiya” oder “Clever Dialer”. Es gibt auch einige andere Apps, die vor Spam schützen. 

Wie immer ist beim Herunterladen aber Vorsicht geboten, da man sich statt einem Spam-Filter auch schädliche Software auf das Smartphone laden kann. WhatsApp bietet ebenfalls eine Funktion an, um unbekannte Anrufer stumm zu schalten. Die Funktion findet man in den Einstellungen der App unter dem Punkt “Datenschutz”. Unter dem Punkt Anrufer erscheint dann die Option “Anrufe von Unbekannt stummschalten”. In der Anrufliste werden sie dann trotzdem angezeigt. 

Es kann jeden treffen 

Manche Menschen sind mehr von Spam- und Betrugsanrufen betroffen als andere. “Betrüger zielen es auf alle Menschen ab. “Spam- und Betrugsanrufe entstehen meist durch große Datenbanken mit Telefonnummern, die Kriminelle aus Datenlecks, dem Telefonbuch, Gewinnspielen oder dem Darknet beziehen. Teilweise werden Nummern auch automatisch per Computer generiert und wahllos angerufen”, betont Pöheim.

"Deshalb sollte man kein falsches Sicherheitsgefühl haben. Das Bild, wonach nur ältere oder „digital wenig affine“ Personen betroffen sind, ist falsch”, betont Pöheim. Ein Tipp ist deshalb, vor allem die private Telefonnummer nur sehr zögerlich herzugeben. Wenn man beispielsweise bei einem Gewinnspiel mitmacht und die Möglichkeit hat, die Telefonnummer nicht anzugeben, sollte man das auch nicht tun. 

Wissen als Schutz 

Schützen kann man sich auch mit Wissen. Wenn man aktuelle Betrugsfälle kennt und die Strategie dahinter, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, auf Betrugsmaschen oder Spam-Anrufe hereinzufallen. Beispielsweise machen die betrügerischen Akteure emotionalen Druck, drohen und täuschen Dringlichkeiten vor. Das Thema Spam- oder Betrugsanrufe sollte deshalb auch in der Familie besprochen werden. 

Es kann in Zukunft auch sehr nützlich sein, wenn man ein Codewort in der Familie für Notfälle ausgemacht hat, das nur die Angehörigen kennen. Nach diesem fragt man dann, wenn ein Anrufer vortäuscht, ein Familienmitglied zu sein. “Wichtig ist auch das eigene Verhalten: keine Namen oder Daten nennen, bei Tonbandstimmen sofort auflegen und grundsätzlich skeptisch bleiben”, fasst Pöheim zusammen. 

Nicht abheben

Generell empfiehlt es sich, bei anonymen Anrufern nicht abzuheben. Tut man das, signalisiert das, dass die Nummer aktiv ist. Falls man schon abgehoben hat, können Nerven und Nachfragen helfen, um die Betrüger oder Spammer loszuwerden. Generell verlieren die anonymen Anrufer meist die Lust, wenn man Fragen zum vermeintlich dahinterstehenden Unternehmen oder dem Zweck des Anrufs stellt. 

Ist man sich unsicher, ob wirklich die eigene Bank hinter dem Anruf steckt, sollte man auflegen und bei der Bank anrufen. Das Bundesministerium für Inneres empfiehlt: “Wenn Sie von einer Hotline angerufen und aufgefordert werden, eine Tastenkombination auf Ihrem Telefon einzugeben, beenden Sie sofort das Telefonat.” Denn seriöse Unternehmen würden sich ohne Vorankündigung nicht wegen eines technischen Defekts melden. Wer einen Spam-Anruf bekommen hat, kann die Nummer bei der RTR unter dem Formular Rufnummernmissbrauch melden. 

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Sandra Czadul

Begeistert von Wissenschaft und stets auf der Suche nach Ideen, die uns voranbringen.

mehr lesen
Sandra Czadul

Kommentare