Das Forschungsschiff Akadamik Ioffe.
Verschollener nuklearer Friedhof im arktischen Meer entdeckt
Das sowjetische Atom-U-Boot K-27 wurde im Jahr 1982 in einem Fjord der Doppelinsel Novaya Zemlya im arktischen Meer absichtlich versenkt. Zuvor füllte man den Reaktorraum noch mit einer speziellen Mischung aus Bitumen und Furfurylalkohol, um eine radioaktive Kontamination des Ozeans zu vermeiden.
K-27 gilt als eines der potenziell gefährlichsten nuklearen Objekte, die jemals im Ozean versenkt wurden. Das U-Boot wird daher regelmäßig geprüft und überwacht, ob auch kein Kernbrennstoff in die Umwelt gelangt.
Das Atom-U-Boot K-27, als es noch im Dienst war.
© P.P. Shirshov Institute of Oceanology
Forschungsschiff Akademik Ioffe untersucht Radioaktivität
Das ist die Aufgabe des russischen Forschungsschiff Akademik Ioffe. Es ist u.a. mit kleinen Unterwasserdrohnen ausgestattet, deren Sensoren Gammastrahlen erfassen können. Im November machte es sich auf, um das versenkte U-Boot zu untersuchen. Obwohl garstige Witterungsbedingungen es der Crew nicht leicht machten, kam man zum Entschluss, dass die derzeitige Strahlungssituation der Bucht nicht alarmierend ist.
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K-27 ist aber nicht die einzige potenziell gefährliche radioaktive Quelle in der Gegend. Ebenfalls in einer Bucht der Ostküste von Novaya Zemlya wurden in den 1980er-Jahren 146 Container mit radioaktivem Müll und der Kahn "Lichter-4" versenkt, der 2 Reaktorbehälter aus dem U-Boot K-22 geladen hatte. Die Behälter, die keinen Brennstoff mehr enthielten, wurden zuvor mit Blei ummantelt.
Genaue Lage unbekannt
Seitdem ist die Lage dieses Atommülls aber verloren gegangen. Expeditionen in den Jahren 2007, 2023 und 2024 schlugen fehl, den genauen Standort des nuklearen Friedhofs ausfindig zu machen sowie den Zustand der Reaktorbehälter und der Container zu prüfen. Dieses Jahr waren die Wetterverhältnisse allerdings so gut, dass die Akademik Ioffe 11 Quadratkilometer mit ihrem Sonar untersuchen konnte.
Der versenkte Kahn mit dem Atommüll.
© P.P. Shirshov Institute of Oceanology
Dabei entdeckte man verstreute Behälter mit festen radioaktiven Abfällen und auch den versenkten Kahn. Strahlungsmessungen von Deck, Bug und Heck zeigten, dass die Schutzbarrieren noch unversehrt waren. Auch Wasserproben der Bucht zeigten keine Spuren von künstlicher radioaktiver Kontamination.
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