Digital Life
15.05.2017

WannaCrypt: Europol gibt vorsichtige Entwarnung

Die befürchtete zweite Welle der Ransomware WannaCrypt ist kleiner ausgefallen als befürchtet. Europol sieht die Lage als stabilisiert an.

Die europäische Polizeibehörde Europol hat nach der weltweiten Cyberattacke am Montagvormittag vorsichtige Entwarnung gegeben. Eine weitere massenhafte Ausbreitung der Schadsoftware sei offenbar vermieden worden, sagte ein Europol-Sprecher in Den Haag. "Die Zahl der Opfer ist offenbar nicht weiter nach oben gegangen, bisher scheint die Lage in Europa stabil. Das ist ein Erfolg."

"Hausaufgaben gemacht"

Offenbar hätten eine Menge Experten am Wochenende "ihre Hausaufgaben gemacht" und die Sicherheitssysteme aktualisiert. Hacker legten seit Freitag mit einer Schadsoftware namens "WannaCry" weltweit Computer lahm und blockierten zahllose Unternehmen und Behörden - nach Angaben von Europol gibt es mehr als 200.000 Ziele. Experten und Behörden waren davon ausgegangen, dass die Zahl der infizierten Computer steigt, weil am Montag zahlreiche Rechner erstmals nach dem Wochenende wieder hochgefahren wurden.

Urheber weiter unbekannt

Der Europol-Sprecher sagte am Montag, noch sei es zu früh um zu sagen, wer hinter der Attacke stecke. "Aber wir arbeiten daran, ein Werkzeug zu entwickeln, um die Schadsoftware zu entschlüsseln."

Die Schadsoftware verschlüsselt Daten. Auf dem Bildschirm erscheint lediglich die Aufforderung, innerhalb von drei Tagen 300 US-Dollar (275 Euro) in der Internet-Währung Bitcoin zu überweisen. Sollte binnen sieben Tagen keine Zahlung eingehen, würden die verschlüsselten Daten gelöscht. In mehreren Ländern warnen Behörden davor, den Geldforderungen nachzukommen, da es keine Garantie gebe, dass die Daten auf den betroffenen Computern tatsächlich wieder freigegeben würden.

Dennoch wurden umgerechnet rund 29.000 Euro in Bitcoin an die Erpresser überwiesen. Microsoft gibt unterdessen staatlichen Akteuren Mitschuld am Erfolg des Cyberangriffs.