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SAFER INTERNET
02/25/2011

Warnung vor neuen Abzock-Fallen im Web

Wer hätte nicht gerne eine iPhone 4 zum Testen, das er im Anschluss daran behalten darf? Das verspricht die Firma Handoo in den Köder-E-Mails, die Website entpuppt sich als klassische Abzockfalle. Der Internet Ombudsmann warnt zudem vor Rechnungen für Apps, die nie heruntergeladen wurden.

von Barbara Wimmer

Mit der Betreffzeile "aktuelle Handys testen, bewerten und behalten" versucht derzeit die Firma Hadoo Internetnutzer aus Österreich und Deutschland zu ködern - und in die klassische Abzockfalle zu locken. Im Namen einer Projektverantwortlichen für "Marktforschung und Dialog" werden angeblich 5.000 Teilnehmer für eine Marktforschungsstudie gesucht. Die E-Mail ist persönlich adressiert und da der ganze Name des Nutzers korrekt angezeigt wird, denken sich viele Nutzer im ersten Moment entweder: "Woher haben die meine Daten?" oder aber: "Das muss seriös sein, weil die kennen meinen Namen."

Zu schön, um wahr zu sein

Klickt man auf den in der E-Mail angegebenen Link landet man automatisch auf den Websites handoo.biz und _handys-umsonst.com. Dort werden einem kostenlose Mobiltelefone versprochen. In der obersten Abbildung findet man ein iPhone 4, geworben wird mit Geräten der Hersteller Apple, Motorola, Nokia, LG, Sony Ericsson und Samsung. Man brauche die Handys nach erfolgter Testphase nicht zurückgeben, hieß es weiter. Als Gegenleistung wird lediglich "eine ausführliche Beschreibung der Eindrücke bezüglich Benutzerfreundlichkeit, Akkuleistung und Empfangsstärke" verlangt.

Dies entpuppt sich allerdings, wenn man genauer hinschaut, als unrichtig. Man schließt automatisch ein kostenpflichtiges Abo ab, für das monatlich 8,25 Euro fällig werden. Dies geht aus dem Punkt drei der FAQs hervor. "Zur Teilnahme am Angebot Handoo erheben wir eine kleine Teilnahmepauschale in Höhe von nur 8,25 Euro im Monat bei einer Laufzeit von 12 Monaten also 99 Jahr im Jahr", steht dort wörtlich geschrieben.

Datenweitergabe an Drittunternehmen

Zudem wird einem, wenn man weiterliest, rasch klar, dass man sich das Mobiltelefon nicht aussuchen kann. Statt eines iPhone 4s könnte etwa ein Motorola W156 bei den gutgläubigen Nutzern landen. "Es werden nicht nur Markenprodukte getestet", heißt es auf der Website. Stutzig werden sollten Nutzer zudem spätestens, wenn sie im Impressum die Post-Adresse aus Las Vegas vorfinden.Unter dem Punkt Datenschutz räumt sich die Firma zudem das Recht ein, dass sie ihre Bestandsdaten (dazu gehören laut den Angaben von Handoo auch die Bankdaten) an //"dritte Unternehmen, welche dann Produkte o.ä. an den Nutzer versenden können"// weitergeben dürfen.

Bereits auf der ersten Seite des Formulars muss man Namen, Telefonnummer sowie die Post- und E-Mail-Adresse bekanntgeben. Auf einer weiteren Seite wird man dazu aufgefordert, die Kundeninformationen sowie die Allgemeinen Teilnahmebedingungen und die Hinweise zur Datenverwendung gelesen zu haben und per "Hackerl" zuzustimmen. Erst hier wird die monatliche Gebühr von 8,25 Euro erstmals erwähnt.

Was man tun kann

Bei Handoo handelt sich um eine klassische Internet-Abzockfalle, die mit kostenlosen Mobiltelefonen wirbt, aber stattdessen 99 Euro an Abogebühren einheben sowie die Nutzerdaten verwenden möchte, um diese an Drittanbieter weiterzugeben. Dies bestätigt auch Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer der Beratungsstelle Internet Ombudsmann."Der Preis ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich", so Jungwirth. Bisher liegt bei der Internetberatungsstelle noch keine aktuelle Beschwerde zu Handoo vor.

Wer dennoch auf derartige Angebote wie Handoo reinfällt, sollte den Vertrag per Post mit einem eingeschriebenen Brief stornieren, Zahlungsaufforderungen und Drohungen ignorieren und sich im Bedarfsfall an eine Konsumentenschutzorganisation wie den Internetombudsmann, die Arbeiterkammer, oder den Verein für Konsumenteninformation wenden.

AppsWorld - neue Abzocke mit Apps

Jungwirth warnte zugleich vor einer weiteren Abzockfalle mit Apps. Es würden sich Beschwerden über eine Firma namens AppsWorldLimited aus London häufen, die fiktive Rechnungen für App-Käufe mit Beträgen zwischen 39 und 96 Euro verschickt. "Die Konsumenten versichern hier glaubhaft, dass sie sich niemals bei den betreffenden Diensten angemeldet haben oder derartige Apps runtergeladen haben", erklärt Jungwirth. Die Rechnungen werden per E-Mail verschickt. Angeblich hätten die Nutzer Apps von diversen Portalen runtergeladen. Zu dieser neuen Abzock-Masche kämen laufend Beschwerden rein, so Jungwirth. "Der Internet Ombudsmann empfiehlt in diesem Fall, von einer Zahlung Abstand zu nehmen."

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(Barbara Wimmer)

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