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aRTIFICIAL INTELLIGENCE Wenn künstliche Intelligenz vermisste Kinder findet .

 
  - Foto: /Kritchanut/istockphoto.com
Dank genauer und schneller Arbeit soll künstliche Intelligenz auch dazu beitragen, mögliche Verbrechen schneller aufzuklären. An dem Projekt arbeitet auch Intel mit.

Künstliche Intelligenz begegnet uns heutzutage im Alltag in verschiedenen Situationen. So basiert etwa die Spracherkennung auf Smartphones darauf und auch Fahrassistenzsysteme in Autos sind ein klassischer Anwendungsfall von KI. Genutzt wird KI aber auch in anderen Bereichen wie etwa der Verbrechensbekämpfung. Ein Projekt setzt Intel gemeinsam mit dem in den USA tätigen National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) um.

Intel Christian Lamprechter
Intel-Deutschland-Chef Christian Lamprechter - Foto: Intel
Dabei werden die KI-Systeme dafür verwendet, verschwundene und misshandelte Kinder zu finden. Die Rechner werden mit Daten und Fakten rund um verschiedene Fälle gefüttert und versuchen, Zusammenhänge zu erkennen. Bei herkömmlicher Polizeiarbeit geschieht das manuell von den untersuchenden Beamten. “Wo manuelle Interaktion passiert, steigt auch die Fehlerquelle”, so Intels Deutschland-Chef Christian Lamprechter im Gespräch mit der futurezone. Die Maschine könne außerdem auch solche Hinweise und Verknüpfungen erkennen, die selbst den geschultesten Polizisten entgehen. Zeichnet etwa eine Verkehrskamera in der Nähe auf, dass ein Auto wenige Augenblicke vor dem Verschwinden eines Kindes eine rote Ampel überfährt, könne dies ein leicht zu übersehender Zusammenhang sein, wie Lamprechter erklärt. Genau nach solchen Mustern hält die KI Ausschau.

Die Aufklärungsarbeit kann schneller und genauer erfolgen, wenn intelligente Systeme eingesetzt werden. Die Bearbeitungszeit der Fälle soll dadurch deutlich gesenkt werden. So kann besonders die Arbeit schnell nach Bekanntwerden des Verschwindens  aufgenommen werden. “Gerade die ersten Stunden sind besonders wichtig”, so Lamprechter. 

Forschung

Die Einsatzfelder für KI sind aber noch vielfältiger. In Kooperation mit dem Broad Institute der Universitäten MIT und Hardvard arbeiten KI-Systeme etwa auf dem medizinischen Feld. “Dabei geht es um Erstellung und Optimierung von Tools, um den Genom- und Analysebereich zu beschleunigen”, so der Intel-Deutschland-Chef. Dabei werden Computerprogramme und Werkzeuge Forschern auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt, die das menschliche Genom untersuchen.  Die große Herausforderung dabei ist es, die großen Datenmengen die anfallen zu verarbeiten und zu kombinieren. Genau hier sollen die Computersysteme ansetzen und Prozesse beschleunigen. Die Kooperation begann Ende 2016 und ist auf fünf Jahre ausgelegt. Insgesamt sollen 25 Millionen in diese Forschung fließen.

 

Übernahmen

Intel beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit intensiv mit KI sowie den möglichen Geschäftsfeldern der Technologie. “Unser Ansatz ist es, skalierbare Gesamtlösungen anzubieten”, so Lamprechter. Intel habe in den letzten Jahren gezielt auch andere Firmen aufgekauft, um zusätzlich Expertise auf verschiedenen Feldern zu bekommen. Ende 2015 wurde mit Saffron etwa ein Unternehmen übernommen, das sich mit Cognitive Computing beschäftigt. Mit diesen Systemen kann natürlich kommuniziert werden und sie lernen dadurch auch immer mehr dazu.

Wie groß der Anteil von Technologien rund um KI am Gesamtumsatz von Intel sein wird, lässt sich laut Lamprechter nur schwer sagen. “All unsere Geschäftsfelder spielen dabei zusammen, das herauszurechnen ist unmöglich.”

Verlust von Arbeitsplätzen

Künstliche Intelligenz findet aber auch in der Industrie Anwendung. Produktionsprozesse können damit effizienter gestaltet werden, auch das Stichwort Industrie 4.0 fällt immer wieder. In diesem Zusammenhang werden häufig Studien zitiert, die den massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen voraussagen. Lamprechter sieht diese Gefahr im Gespräch mit der futurezone nicht akut gegeben. “Die Menschheit hat gezeigt, dass jede Transformation bis jetzt dazu geführt hat, dass mehr Arbeitsplätze entstanden sind. Die Wertschöpfung ändert sich”, so Lamprechter. Er verweist dabei auch auf die Ängste, die im Zuge der zunehmenden Verbreitung von Computern aufgetreten sind. “Heute arbeiten mehr Menschen als je zuvor”, so Lamprechter.

Nachholbedarf

Als essentiell für eine positive Entwicklung in diesem Bereich sieht Lamprechter, dass sich bereits Schulen umfassend mit digitaler Technologie beschäftigen. “Wenn ich den Umgang mit dem Thema nicht verankere, habe ich einen Wettbewerbsnachteil”, so der Manager. Als Positivbeispiel für diese digitale Transformation nennt Lamprechter Estland. Das Land ist einer der Vorreiter auf dem Feld. Umgesetzt wurden zahlreiche E-Government-Projekte, außerdem lernen Kinder dort bereits seit mehreren Jahren flächendeckend Programmieren in der Schule. Laut Lamprechter sei auch ein Umdenken der Gesellschaft immer noch notwendig. “Die ewige Diskussion, ob ein Computer Kindern in der Schule schadet, kann ich nicht nachvollziehen. Er ist ein hilfreiches Werkzeug.”

(futurezone) Erstellt am 08.02.2017, 06:00

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