Digital Life
03.08.2018

Wenn man sich für Selfies unters Messer legt

Schon von der „Snapchat Dysmorphie“ gehört? Immer mehr Leute wollen aussehen wie ihr eigenes, gefiltertes Selbst.

Auf Instagram und Snapchat lassen sich Fotos mit Filtern versehen. Diese sind besonders beliebt, um sie über Selfies drüberzulegen. Manche nutzen auch eigene Apps, die Selfies optimieren sollen, wie etwa Facetune. Dadurch wirken die Lippen voller, die Haut hat weniger Falten, die Augen wirken größer oder die Augenfarbe ausgeprägter. Jetzt sind laut einem Bericht von orf.at zufolge auch bereits Krankheiten aus diesem Trend entstanden.

Man bezeichnet den Drang so aussehen zu wollen, wie man auf Fotos mit Snapchat-, Instagram- oder App-Filter aussieht, als „Snapchat Dysmorphie“ oder „Instagram Dsymorphie“. Besonders jüngere Menschen sollen davon betroffen sein. Laut der Dermatologin Neelam Vashi von der Boston University School of Medicine legen sich immer mehr von den Betroffenen unters chirurgische Messer.

Neue Krankheit

Bereits mehr als die Hälfte der Chirurgen, die in der Studie von Vashi und ihren Kolleginnen erwähnt werden, hat bereits Patienten gehabt, die ihr Aussehen wegen Selfies für Foto-Apps verbessern wollten. Vashi spricht von einer „neuen Krankheit“, die man psychotherapeutisch behandeln müsse, anstatt chirurgisch.

Besonders gefährlich sei dies für Teenager. „Gefilterte Selfies können dazu führen, dass Menschen den Bezug zur Realität verlieren und Erwartungen wecken, dass wir immer perfekt aufgebrezelt aussehen müssen“, sagt Vashi.