Digital Life
03.02.2018

YouTube kennzeichnet staatlich finanzierte Nachrichten

Nachrichteninhalte von staatlich finanzierten Quellen werden bei Googles Videodienst ab sofort mit einem entsprechenden Hinweis versehen.

Die Internet-Plattform YouTube hat in den USA mit der gesonderten Kennzeichnung von Nachrichtenbeiträgen begonnen, hinter denen Regierungen als Geldgeber stehen. Die Nutzer sollten so in die Lage versetzt werden, „die Quellen von Nachrichteninhalten besser zu verstehen“, erklärte YouTube-Manager Geoff Samek am Freitag in einem Blog-Eintrag. Vorerst werden die neuen Kennzeichnungen aber nur in den USA zu sehen sein.

Die neu eingeführten Hinweise sollen zudem Links erhalten, über die sich die Nutzer näher über die jeweiligen Nachrichtenquellen informieren können. Zu sehen sind direkt unterhalb des Videos, über dem Titel, wie es heißt. "Wir starten mit der neuen Funktion, erwarten aber noch nicht, dass sie perfekt ist", so Samek. Sowohl User als auch Video-Publisher sind aufgefordert, Feedback zur Kennzeichnung abzugeben.

RT im Visier

Die Regelung könnte beispielsweise all jene Nachrichtenvideos betreffen, die der staatlich finanzierte russische Sender RT hochlädt. Kritiker werfen dem Sender vor, Propagandasprachrohr des Kreml zu sein. Ebenfalls betroffen sind laut YouTube staatlich finanzierte US-Programm wie etwa Radio Free Asia. Möglicherweise gilt die Regelung auch für öffentlich-rechtlich organisierte Medien wie die britische BBC.

Mit den neuen Regeln verfolge YouTube das Ziel, die Nutzer über Nachrichten möglichst akkurat zu informieren, erklärte Samek. „Wir wollen sicherstellen, dass es richtig ist.“ Daher werde es unter anderem Links zur Wikipedia geben.

Fake News

Hintergrund der Entscheidung ist die Debatte über Fake News und die Manipulation der öffentlichen Meinung durch ausländische Interessen. YouTube-Chefin Susan Wojcicki erklärte zum Start der neuen Kennzeichnung: „Wir erkennen, dass wir eine ernsthafte gesellschaftliche Verantwortung haben, um mit diesen lauter werdenden Politik-Fragen richtig umzugehen.“

Zudem kündigte Wojcicki an, die hochgeladenen Videos auf YouTube besser auf anstößige Inhalte zu prüfen. Dazu sollten neue Mitarbeiter eingestellt und technische Kontrollprogramme weiterentwickelt werden. Insgesamt sollen sich mehr als 10.000 Mitarbeiter bei YouTube und Google mit der Prüfung befassen.