Beim YouTube-Channel Drugslab werden verschiedene Drogen ausprobiert

© Drugslab

Niederlande
07/18/2017

YouTuber nehmen Drogen, werden vom Staat finanziert

Sie schlucken Extasy, schnupfen Ketamin und trippen auf LSD: Alles, damit es Jugendliche nicht selbst machen müssen.

MDMA, 2C-E, GHB, DXM: Nur eine kleine Auswahl der Substanzen, die die YouTuber von Drugslab schon vor der Kamera genommen haben. Sie schlucken, schnupfen und rauchen im Wochentakt, dokumentieren die Konsumation und den darauf folgenden Trip. Dazu wird ständig die Körpertemperatur und der Puls des YouTubers angezeigt, der gerade High oder am Halluzinieren ist.

Dazu passend wird in einem zweiten Video erklärt, worauf man achten sollte, wenn man die Drogen selbst einmal probieren will. Was wie eine Aufforderung zum Drogenmissbrauch scheint, ist niederländisches Bildungsfernsehen.

Spritzen und Schlucken

Drugslab ist eine Erweiterung der Sendung „Spuiten en Slikken“ (Spritzen und Schlucken). Diese ist im Jugendsender BNN zu sehen, der Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Niederlanden ist. Dadurch wird das Kiffen vor der Kamera zum Teil durch die Regierung gefördert.

Das Ganze kommt gut an: Der YouTube-Channel hat über 450.000 Abonnenten und mehr als 17 Millionen Views. Die Videos sind in Niederländisch, englische Untertitel sind verfügbar. So erfährt man etwa, dass Nellie die „Pussy kitzelt“, nachdem sie GHB genommen hat und Bastiaan auf 2C-B Farben intensiver und alles pulsierend sieht.

Lets Play mit Koks

Der Gedanke dahinter ist nicht Jugendlichen Drogenkonsum schmackhaft zu machen, sondern ihnen die Wirkungen zu zeigen, ohne, dass sie selbst die Substanzen nehmen müssen. Es ist ein bißchen wie Lets-Play-Videos – nur mit Koks statt Games.

Die Videos werden in einem kontrollierten Umfeld gedreht. Die Dosis der Substanz wird auf das Körpergewicht des Probanden angepasst, beim Dreh ist immer ein Sanitäter vor Ort.

„Meine Hoffnung ist einen aufgeschlossenen, ehrlichen und intelligenten Weg zu schaffen, um sich mit Drogen zu befassen: Verschließt eure Augen nicht vor dem Problem, sondern redet darüber“, sagt Nellie gegenüber Vice.