Netzpolitik
12.02.2015

England verabschiedet Gesetz gegen Rachepornos

In England und Wales drohen künftig bis zu zwei Jahre Haft, wenn Ex-Partner mit Rachepornos bloßgestellt werden.

Wer seinen Ex-Partner mit einem sogenannten Racheporno bloßstellen will, muss in England und Wales künftig mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen. Dies gelte für Fotos oder Filme, die ohne Zustimmung des Ex-Partners im Internet oder per SMS verbreitet würden und Menschen bei "sexuellen Aktivitäten oder in sexuellen Posen oder mit entblößten Genitalien" zeigen.

Das teilte das britische Justizministerium am Donnerstag in London mit, berichtet die BBC. In Schottland und Nordirland, die in Justizfragen autonom sind, werde die Einführung eines ähnlichen Gesetzes geprüft.

Rachepornos "sehr großes Problem"

Der Betreiber einer Hotline für Opfer von Rachepornos begrüßte das Gesetz, das in den kommenden Wochen in Kraft treten soll. "Es ist ein Anfang", sagte Laura Higgins vom UK Safer Internet Centre. Rachepornos seien ein "sehr großes Problem".

Higgins verzeichnete in den vergangenen 18 Monaten einen starken Anstieg derartiger Aktionen von Ex-Partnern. "Bei jedem Fall, mit dem wir uns beschäftigen, finden wir dutzende weitere, bei denen die Betroffenen meist noch nicht einmal wissen, dass diese Aufnahmen online gestellt wurden."