Eric Schmidt will Google-Anteil reduzieren
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Eric Schmidt fordert Lösch-Button für Internet

Googles Aufsichtratvorsitzender Eric Schmidt tätigte im Rahmen einer Diskussion an der Universität NYU überraschende Aussagen zur Privatsphäre im Internet. Der ehemalige Google-CEO forderte dabei unter anderem einen "Löschen"-Button für das Internet, mit dem Informationen, die dem Ruf einer Person schaden, einfach entfernt werden könnten. "Es gibt Fälle, in denen das Löschen von Daten das Richtige ist - aber es gibt natürlich auch Fälle, in denen es unangebracht ist. Wie werden wir die richtige Entscheidung treffen? Darüber müssen wir jetzt diskutieren", meinte Schmidt.

Jugendstrafe als Beispiel
Schmidt zog vor allem die Achtlosigkeit der heutigen Generation als Beispiel heran, die für Fehler im Internet womöglich ihr Leben lang büßen müssen. "Wenn Sie als Jugendlicher in den USA einen Fehler machen und dafür in das Jugendgefängnis kommen, können Sie später diese Zeit aus ihren Akten löschen lassen. Sie dürfen dann vollkommen legal behaupten, dass Sie unbescholten sind. Das erscheint mir fair." Ein ähnliches System fordert er nun auch für das Internet. Damit überschneiden sich Schmidts Ideen mit denen der Europäischen Kommission. EU-Kommissarin Neelie Kroes fordert unter anderem das sogenannte "Recht auf Vergessen".

"Google überwacht nicht"
Auch der Einsatz von Technologien wie Google Glass in der Zukunft wurde diskutiert. Moderator Nouriel Roubini, ein Wirtschaftsprofessor der NYU, fragte Schmidt, wie der Umgang mit Daten geschehen werde, wenn Technologien wie Smartphones bereits "Steinzeit-Technologie" seien. Schmidt hatte darauf eine relativ klare Antwort: "Lassen Sie mich klar dabei sein: Google überwacht sie nicht, wir tun all diese Dinge nicht. Ich glaube, dass Sie eine Überwachungskultur beschreiben, die, wie ich glaube, in dieser Form nicht eintreten wird, weil die Leute ebenso aufgeregt darüber sein werden wie Sie es gerade sind."

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