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Überwachung
05/14/2014

Ex-NSA-Technikchef schließt US-Industriespionage nicht aus

William Binney übt Kritik am Umgang mit den von der NSA gesammelten Daten. Diese würden zum Teil auch amerikanischen Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Der ehemalige Technik-Chef der NSA, William Binney, hält die Gefahr der Industriespionage durch den US-Geheimdienst für durchaus realistisch. Die von der NSA gesammelten Daten würden teilweise auch US-Unternehmen zur Verfügung gestellt, sagte Binney am Dienstag in Berlin auf einem Datenschutzkongress.

Kritik an Ex-Arbeitgeber

Bei ausländischen Konkurrenten amerikanischer Unternehmen könne die Weitergabe von Daten unter Umständen auch in einem nationalen Interesse erfolgen. Auch durch einen starken Datenschutz könnten sich andere Staaten derzeit vor dem Zugriff durch die NSA nicht schützen. Die Behörde greife auf Daten zu, ohne Spuren zu hinterlassen. "Der NSA gehört das Netz", sagte Binney, der über 30 Jahre für den Auslandsgeheimdienst der USA tätig war. Seit mehr als zehn Jahren kritisiert Binney die ausufernde Spionagetätigkeit und Datensammelwut seines einstigen Arbeitgebers.

Zu viel auf einmal

Im Prinzip mache die NSA einen "guten Job", sagte Binney. Der Ex-Geheimdienstler sieht aber in der massenhaften und ungezielten Sammlung von Daten eine große Gefahr. Sie unterwanderten die Demokratien auf der ganzen Welt. Und die NSA werde selbst nicht kontrolliert. "Das ist eine ideale Umgebung für Korruption." Seine Initiativen im US-Kongress seien bisher nicht erfolgreich gewesen.