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Befragung
06/02/2012

Facebook lässt über Datenschutz abstimmen

Facebook stellt nach tausenden Einwänden von Nutzern die geplanten Änderungen der Daten-Richtlinie und der Nutzungsbedingungen zur Abstimmung. Die Mitglieder haben jetzt eine Woche Zeit, ihre Stimme abzugeben, wie das weltgrößte Online-Netzwerk am Freitag ankündigte.

Die Abstimmung wurde ins Leben gerufen, nachdem mehr als 7.000 Nutzer Kommentare zu den Mitte Mai veröffentlichten Änderungsvorschlägen abgegeben hatten. Damit die Abstimmung bindend ist, müssen allerdings mindestens 30 Prozent aller aktiven registrierten Nutzer an der Abstimmung teilnehmen - nach jüngsten Facebook-Mitgliederzahlen wären das 270 Millionen Menschen.

Facebook setzt dafür eine spezielle App ein. Abgestimmt werden kann bis 18.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit am 8. Juni. Zu dem Voting gelangt man hier.

Informationen länger speichern
Facebooks Änderungsvorschläge sehen neben zahlreichen Erläuterungen und Präzisierungen auch vor, dass einige Informationen länger als bisher gespeichert werden könnten. „Wir werden Daten so lange einbehalten, wie dies erforderlich ist, um den Nutzern und anderen Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Diese umfassendere Verpflichtung gilt für alle Daten, die wir über Dich sammeln und erhalten, einschließlich Informationen von Werbetreibenden", hieß es.

In den neuen Vorschlägen sei Facebook zum Teil schon auf die Kommentare der Nutzer eingegangen, sagte Kommunikationschef Elliot Schrage in einem Blogeintrag. Das Unternehmen teilt nicht mit, wie viele Kommentare insgesamt eingegangen waren. Zugleich stellte Schrage in dem Blogeintrag in Aussicht, dass die Möglichkeiten der Nutzer, die Regeln mitzugestalten, weiterentwickelt werden sollen.

Kritiker
Facebook geriet wegen seines Umgangs mit Nutzer-Informationen immer wieder mit Datenschützern und Politikern aneinander. Die Initiative europe-v-facebook rund um den Facebook-Kritiker Max Schrems begrüßt zwar grundsätzlich die Abstimmung, weist aber auch darauf hin, dass diese noch viele Fragen offen lasse. So gebe es etwa nur die Möglichkeit, für die alten oder die neuen Richtlinien abzustimmen, jedoch keine individuellen Abstimmungsmöglichkeiten, wie von der Initiative gefordert.

Das Online-Netzwerk betont indes, dass es als einziges die Nutzer über Regeländerungen miteinscheiden lasse.

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