Busan ist die zweitgrößte Stadt in Südkorea. Auch hier navigierte man bisher besser mit heimischen Apps (Symbolbild).
Warum Google Maps in dieser High-Tech-Nation erst jetzt funktioniert
2026 fragt noch kaum jemand auf der Straße nach dem Weg – mit Google Maps hat man ja eh einen praktischen Wegweiser in der Hosentasche. Doch die App ist nicht überall so allgegenwärtig wie in Österreich und vielen anderen Teilen der Welt.
So galten in Südkorea bisher bezüglich Kartenpräzisionsdaten strenge Regeln für ausländische Unternehmen. Google Maps und Apple Maps hatten daher nur Daten im Maßstab von 1:25.000 und lediglich rudimentäre Funktionen. Zukünftig sollen, wie anderswo auch, Echtzeitnavigation und detaillierte Einträge für Unternehmen möglich sein.
Südkorea genehmigt Googles Antrag
Am Freitag hat die südkoreanische Regierung nun einen Antrag von Google genehmigt, Kartendaten im Maßstab 1:5.000 aus dem Land zu bringen. Gleichzeitig muss der US-Konzern zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einführen.
Google muss demnach akzeptieren, dass seine Partnerfirmen im Land lokale Server nutzen müssen und ein örtlicher Verantwortlicher eingesetzt wird. Außerdem muss die Karte von der Regierung genehmigt werden, bevor sie digital außer Landes transferiert wird. Voraussetzung ist unter anderem, dass Militär- und Sicherheitseinrichtungen entfernt werden.
Spannungen zwischen USA und Südkorea
Google hatte bereits 2007 und 2016 darum angesucht, Kartenpräzisionsdaten exportieren zu dürfen, wie die Korea Times berichtet. Südkorea hatte die Anträge damals mit der Begründung abgelehnt, dass sensible Militärstützpunkte offengelegt werden könnten. Das könne die nationale Sicherheit des Landes, das mangels Friedensvertrags offiziell noch immer im Kriegszustand mit seinem nördlichen Nachbarn steht, gefährden.
Laut Korea Times hatten die USA die Frage der Übertragung präziser Kartendaten als unfaire Handelspraxis im digitalen Bereich aufgefasst und Zölle angedroht. Dieses Vorgehen ähnelt Trumps Zollandrohungen gegenüber der EU, mit denen er die EU-Länder für seiner Meinung nach unfaire Tech-Regulierungen bestrafen wollte. Vor diesem Hintergrund könnte die südkoreanische Genehmigung für Google die Spannungen zwischen den beiden Staaten entschärfen.
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Wi Jong-hyun, Wirtschaftsprofessor an der Chung-Ang-Universität in Seoul, deutet den Schritt jedoch als Einknicken. „Google nutzte Koreas Angst vor Handelsspannungen effektiv, um die Zustimmung der Regierung zu gewinnen“, wird er in der Financial Times zitiert.
Navigation für Touristen
Die südkoreanischen Techkonzerne Naver und Kakao sind derzeit Marktführer bei Karten-Apps. Es wird erwartet, dass sie durch die Entscheidung in Bedrängnis geraten könnten.
Laut dem zuständigen Ministerium könnte das OK für Google Maps allerdings auch dem Tourismus zugutekommen, da Besucherinnen und Besucher nicht länger allein auf koreanische Apps angewiesen wären, heißt es bei TechCrunch. Google-Manager Cris Turner begrüßte die Entscheidung und erklärte in der Financial Times, dass er sich auf die weitere Zusammenarbeit mit lokalen Behörden freue, um Google Maps in Korea vollfunktionsfähig zu machen.
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