Netzpolitik
12.03.2014

Google verschlüsselt Suchanfragen standardmäßig

Mit der Verschlüsselung der Suche wird es für Geheimdienste und Regierungen schwieriger, die Suchanfragen von Google-Nutzern zu zensieren und zu überwachen.

Der Technologiekonzern ist dazu übergegangen, die Suchanfragen standardmäßig zu verschlüsseln, wie eine Google-Sprecherin der “Washington Post” bestätigte. “Die Enthüllungen des vergangenen Sommers haben gezeigt, dass wir unsere Netze verstärken müssen”, erklärte die Google-Sprecherin.

Einer der Schritte dafür sei, die Internet-Suche weltweit zu verschlüsseln. Alle Suchanfragen über moderne Browser werden in den kommenden Monaten verschlüsselt. Wann das weltweite “Rollout” fertig sein wird, ist noch unklar.

Auswirkungen vor allem in China

Dieser Schritt könnte vor allem für Länder, die die Suchergebnisse zensieren, relevant sein: In Saudi Arabien, Vietnam und vor allem China, wo es Teil der Internet-Kontrolle ist, die Ergebnisse zu Suchanfragen wie etwa “Dalai Lama” oder “Tiananmen Square” durch die Behörden herauszufiltern. Aber die Zensoren würden immer häufiger nur Wirrwarr sehen, da die Anfragen verschlüsselt abliefen, berichtete die Washington Post.

Auf die automatische Verschlüsselung hat China bisweilen nicht reagiert. Dass die schon seit Längerem bestehenden Spannungen zwischen Google und der chinesischen Regierung dadurch nicht weniger werden, erklärt sich von selbst. Eine mögliche Reaktion Chinas könnte das Blockieren der gesamten Google-Dienste sein.

Hoffen, dass andere folgen

“Das wird Chinesen helfen, Zugang zu Informationen zu bekommen, die sie noch nie zuvor gesehen haben”, sagt Percy Alpha, Mitgründer von GreatFire.org gegenüber der Washington Post. “Die Verschlüsselung wird den chinesischen Zensurbehörden Kopfschmerzen bereiten. Wir hoffen, dass andere Unternehmen dem Beispiel von Google folgen werden und standardmäßig Verschlüsselung einsetzen.”