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Netzpolitik
05/18/2016

Irak dreht Internet ab, damit Schüler nicht schummeln können

Im gesamten Irak wurden am dritten Tag in Folge für mehrere Stunden die Internetverbindungen gekappt. Eine Maßnahme um Schülern das Mogeln bei Prüfungen zu erschweren.

Infrastruktur-Experten wurden stutzig, weil im Irak drei Tage in Folge das Internet für drei Stunden nicht erreichbar war. Bereits vergangenes Jahr um dieselbe Zeit war ein ähnliches Verhalten aufgefallen.

Ein geleakte Nachricht des irakischen Transportministers deutet nun darauf hin, dass die irakische Regierung den Zugang zum Internet landesweit unterbindet, um Schülern bei Prüfungen das Schummeln zu erschweren.

"Von den Maßnahmen sind sämtliche Internet Service Provider, Mobile-Anbieter, sowie alle Satelliten-Verbindungen betroffen", geht aus der Nachricht hervor.

Wie The Register schreibt, herrscht unter irakischen Schülern ein enormer Leistungsdruck. Wer die Prüfungen am Ende der Schulpflicht nicht gut genug meistert, für diejenigen ist die Schullaufbahn zu Ende, was die Chance auf einen guten Job stark vermindert. Daher seien die Schüler hoch motiviert und Schummeln stehe auf der Tagesordnung.

Zentralisierte Infrastruktur

Die Internet-Infrastruktur bestehe noch immer aus einer Zeit, in der Saddam Hussein das Sagen hatte. Dementsprechend zentralisiert und kontrollierbar seien die internationalen Gateways, schreibt The Register.