Netzpolitik 04.11.2012

New Jersey erlaubt Voting per E-Mail- und Fax

Der US-Bundesstaat New Jersey, der vom Hurrikan "Sandy" stark betroffen ist, erlaubt Flüchtlingen und Helfern ihre Stimme für die bevorstehende US-Wahl per E-Voting abzugeben. Registrierte Wähler können per E-Mail oder Fax voten, berichtet "The Blaze". Experten warnen davor, dass Leute nach "Unregelmäßigkeiten" fragen werden, wenn die Wahl knapp ausgeht.

Im US-Bundesstaat New Jersey hat das Hochwasser zahlreiche Wahlstationen unbrauchbar gemacht. Viele Wähler müssen deshalb am Dienstag voraussichtlich Wahlkabinen in provisorisch errichteten Zelten oder Militärautos aufsuchen, wenn sie überhaupt die Möglichkeit haben, diese Wahlstationen aufzusuchen. Doch es gibt auch noch eine andere Möglichkeit: New Jersey erlaubt das Wählen per E-Mail oder Fax.

Registrierung per E-Mail oder Fax
Regierungsbehörden haben am Samstag bekannt gegeben, dass registrierte Wähler elektronisch ihre Stimme abgeben dürfen. Dafür sei es allerdings notwendig, eine Mail-In-Bewerbung per Fax oder E-Mail an den zuständigen Sachbearbeiter zu verschicken. Erst mit der Antwortkarte, die ebenfalls per Fax oder E-Mail eintrifft, sei eine elektronische Wahl möglich, heißt es in einem Bericht von "The Blaze".

Die Regierungsbehörden haben bislang nicht bekannt gegeben, wieviele Leute ihrer Meinung nach das E-Voting in Anspruch nehmen werden. Es wurde auch noch nicht bekannt gegeben, ob es spezielle Sicherheitsmaßnahmen geben wird, um Wahlbetrug zu verhindern. E-Voting ist, wie es der Professor für Computerwissenschaft an der Johns Hopkins Universität Avi Rubin ausdrückt, nämlich "unsicher".

Erinnerung an Florida-Debakel
Experten haben am Sonntag zudem an das Florida-Debakel aus dem Jahr 2000 erinnert. Damals mussten die Stimmzettel aufgrund von fehlerhaften Lochkarten und veralteten Lesegeräten neu ausgezählt werden. Douglas Jones, Informatiker der Universität von Iowa, befürchtet, dass die Leute nach Unregelmäßigkeiten fragen werden, wenn die Wahl in manchen US-Staaten knapp ausgeht.

Ein Bericht vom Projekt "Wahltechnologie" des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und des California Institute of Technology kam im Oktober zum Ergebnis, dass einige elektronische Wahlsysteme eine so hohe Fehlerquote haben wie die 2000 in Florida verwendeten Lochkarten.

Etwa ein Viertel der US-Bürger wird zudem mit Wahlautomaten mit Touchsceen wählen, bei denen keine Sicherheitskopie auf Papier erstellt wird. Insgesamt 16 US-Bundesstaaten setzen diese Systeme ein. Diese papierlosen Systeme sind einem Bericht der Rutgers Universität zufolge allerdings "unzulänglich" und "verbesserungswürdig".

Mehr zum Thema

  • Wählerfang mit Google-Bomben und Twitter-Bots
  • Hurrikan Sandy beherrscht Social Media Seiten
  • Google startet interaktive Hurrikan-Krisenkarte
  • 7000 irische Wahlcomputer sind "wertlos"
  • Verfassungsgerichtshof hebt E-Voting auf
( futurezone mit Material von apa/afp ) Erstellt am 04.11.2012