Der Kreml schränkt den Internetzugang für russische Bürgerinnen und Bürger zunehmend ein (Symbolbild).
Russland blockiert WhatsApp, Facebook und Instagram
WhatsApp wirft der russischen Regierung den Versuch einer Komplettblockade vor. Über 100 Millionen Nutzer von sicherer und privater Kommunikation auszuschließen, werde zu weniger Sicherheit für die Menschen in Russland führen, kritisierte eine Sprecherin der zum Meta-Konzern gehörenden App. Man werde alles Mögliche unternehmen, damit die Nutzer weiterhin verbunden blieben.
Wie die Financial Times berichtet, wurde WhatsApp am Mittwoch aus dem Verzeichnis der Kommunikationsregulierungsbehörde Roskomnadzor entfernt. Facebook und Instagram wurden als "extremistisch" eingestuft und ebenfalls aus dem Verzeichnis genommen. Das macht es praktisch unmöglich, die Meta-Services ohne komplizierte Umwege zu nutzen.
Der Schritt passt zum Ziel des Kremls, im Land ein souveränes Internet zu etablieren, heißt es beim Guardian. Dieses soll frei von westlicher Technologie und ausländischem Einfluss sein und ist nebenbei noch anfälliger für staatliche Überwachung.
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Messenger zunehmend eingeschränkt
Die russische Regierung schränkt bereits seit einiger Zeit nach und nach die Funktionen internationaler Messenger-Apps ein. Bei WhatsApp etwa waren Anrufe bereits nur noch über VPN-Verbindungen möglich.
Eingeschränkt wurden auch der Apple-Dienst iMessage sowie Telegram. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur TASS verstoße dieser gegen russisches Recht, und könnte daher in den kommenden Monaten auch komplett gesperrt werden.
Telegram-Einschränkungen sorgen für Unmut
Telegram-Gründer Pavel Durov, der in Russland geboren wurde, aber mittlerweile die Staatsbürgerschaften der Vereinigten Arabischen Emiraten und Frankreichs erworben hat und in Dubai lebt, kritisierte die Sperre: "Die Freiheit von Bürgerinnen und Bürgern einzuschränken ist nie die richtige Antwort. Telegram steht für Redefreiheit und Privatsphäre, unabhängig vom Druck."
Selbst innerhalb Russlands regte sich aufgrund der Telegram-Einschränkungen Kritik. Denn die App ist bei russischen Soldaten verbreitet und eine der wichtigsten News- und Unterhaltungs-Plattformen des Landes.
Vorbild China
Die russische Regierung versucht, ihre Bürgerinnen und Bürger zur Nutzung von Max zu drängen. Diese "Super-App" ist dem chinesischen WeChat nachempfunden, das Messaging-Funktionen mit staatlichen Services und Banking verbindet. Seit September 2025 muss Max auf allen in Russland verkauften Smartphones vorinstalliert sein, so die BBC.
Wie Politico ebenfalls im September berichtete, wurde die App etwa offenbar auch über ein öffentliches Lautsprechersystem propagiert. In der westrussischen Stadt Pensa zeichnete eine Frau die "Werbung" in einem Video auf:
Max als neue russische "Super-App"
Im Gegensatz zu WhatsApp hat die Max keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Betreiber können damit theoretisch auf die Nachrichteninhalte zugreifen, in den Nutzungsbedingungen ist eine Weitergabe an Dritte, auch staatliche Einrichtungen, nicht ausgeschlossen.
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Hinter Max steht der Gaskonzern Gazprom und der Milliardär Yuri Kovalchuk, der als ein enger Vertrauter von Präsident Vladimir Putin gilt. Der ließ erst am Mittwoch über TASS vermelden, dass er selbst keine Messaging-Apps oder sozialen Netzwerke nutze.
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