Australisches Mädchen am Smartphone.

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© REUTERS / Hollie Adams
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Netzpolitik

Deshalb funktioniert das Social-Media-Verbot für Kinder in Australien nicht

In der Vorwoche machte es Vizekanzler Andreas Babler offiziell: Ein Social-Media-Verbot soll Unter-14-Jährige vor den „negativen Auswirkungen“ solcher Plattformen schützen. Wann genau das Verbot kommt, ist noch unklar. 

Zumindest wurden am Freitag konkrete Maßnahmen kommuniziert: Neben einer technischen Lösung zur Alterskontrolle sollen auch die Plattformen künftig kontrollieren, ob sich Nutzer an die Bestimmungen halten. Während die Alterskontrolle noch Fragen aufwirft, die aber bis Juni geklärt werden sollen, könnte das Verbot hierzulande auch wegen schleißiger Maßnahmen auf Plattformseite scheitern, wie aktuelle Erfahrungen zeigen.

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Erste Ernüchterung in Australien

Ein solches Social-Media-Verbot trat im Dezember 2025 bereits in Australien in Kraft. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen dort seither Dienste wie Instagram, TikTok oder Snapchat erst ab dem 16. Geburtstag nutzen. Bisher erfuhr man von offizieller Seite wenig darüber, wie erfolgreich das Projekt läuft. Anekdotische Berichte schilderten aber, dass Jugendliche etwa weiterhin ihre Accounts mit Tricks wie falschen Geburtsdaten nutzen können. 

Die zuständige Regulierungsbehörde hatte im Jänner nur knapp vermeldet, dass 4,7 Millionen Accounts gesperrt wurden. Nun gibt es aber erstmals ein richtiges Zwischenfazit der zuständigen australischen Behörde dazu, wie u.a. die BBC berichtet.

Plattformseitige Kontrolle zu schwach

Dem Bericht nach lässt die Umsetzung in Australien bisher zu wünschen übrig. Die Plattformen seien bei der Durchsetzung des Verbots zu schleißig. So würden die Betreiber nicht immer zuverlässig kontrollieren, wie alt Nutzer sind, die Accounts vor dem Inkrafttreten des Verbots erstellt haben. Auch sollen die Plattformen das Erstellen neuer Konten durch Unter-16-Jährige nicht immer unterbinden. 

Laut einem Bericht von Reuters wurden Eltern gefragt, ob ihre Kinder noch einen Account haben. Ein Drittel von ihnen gab an, dass ihre Kinder noch mindestens einen verbotenen Account hätten. In 2 Drittel dieser Fälle hätten die Plattformen keinen Altersnachweis verlangt. 

Die Regulierungsbehörde bemängelt im Bericht außerdem, dass die Plattformen den Eltern bisher noch nicht genügend Kontrollmöglichkeiten einräumen würden – etwa solche, die es ihnen erlauben, zu melden, wenn Unter-16-Jährige weiterhin auf einer Plattform aktiv sind. 

„Obwohl die Social-Media-Plattformen erste Maßnahmen ergriffen haben, bin ich aufgrund unserer Compliance-Überwachung besorgt, dass einige möglicherweise nicht genug tun, um dem australischen Recht zu entsprechen“, sagte die australische eSafety-Beauftragte Julie Inman Grant zur BBC.

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Mehr Beweise für Verfahren 

Die Regulierungsbehörde denkt deshalb jetzt daran, Schritte gegen die Plattformen zu unternehmen. Derzeit sei man allerdings noch dabei, genügend Beweise zu sichern. „Die Beweise müssen belegen, dass die Plattform keine angemessenen Schritte unternommen hat, um zu verhindern, dass Kinder unter 16 Jahren ein Konto besitzen“, so Inman Grant. Es reiche nicht, zu zeigen, dass einige Kinder und Teenager noch unerlaubte Accounts haben. Stattdessen müsse die Behörde auch darlegen können, dass eine Plattform unzureichende Maßnahmen gesetzt habe.

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Am Dienstag sagte die Kommunikationsministerin in einer Presskonferenz, dass derzeit 5 Plattformen genauer geprüft würden: Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und YouTube. „Australiens weltweit führenden Social-Media-Gesetze versagen nicht, sondern Big Tech versagt, sich an die Gesetze zu halten“, so Annika Wells. Sie droht mit ernsten Konsequenzen, die bis zum Ausschluss der Plattformen vom australischen Markt reichen könnten. 

In Statements gegenüber der BBC gab Meta an, dass das Unternehmen hoch entschlossen sei, das Verbot umzusetzen. Meta sieht das aber als große Herausforderung für die Branche an. Der Tech-Konzern spricht sich für eine „strenge Altersverifizierung und elterliche Zustimmung“ auf der App-Store-Ebene aus. Snap gab an, täglich Konten zu sperren und bereits 450.000 Konten von Unter-16-Jährigen gesperrt zu haben.

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