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Internet Tirol überlegt Einführung von .tirol-Domain.

Foto: apa
Wenn Anfang 2012 die Registrierungsphase für die neuen Top Level Domains startet, könnte das Land Tirol unter den ersten österreichischen Bewerbern sein. „Die Entscheidungsfindung ist noch nicht abgeschlossen, wir überlegen aber ernsthaft, ob und wie man die TLD umsetzen könnte“, meint Christian Klingler von der Tirol Werbung im Gespräch mit der futurezone.

Wie viele andere Besucher informierte sich Klingler auf der Domainkonferenz newdomain.org vergangene Woche in München über den neuesten Stand beim Thema Top Level Domains. Während für viele Unternehmen und Regionen die Hürden für eine eigene Domainendung zu groß sind, kann man sich in Tirol vorstellen, als einer der ersten in Österreich auf den Zug aufzuspringen. Aber auch die Bedenken sind weiterhin groß.

Finanzielle Hürde

Neben der finanziellen Hürde – Marktexperten gehen von rund 500.000 Euro für eine Bewerbung aus – müssen eine Reihe von technischen und juristischen Fragen geklärt werden. Denn im Gegensatz zu einem herkömmlichen Webauftritt, fungieren Inhaber einer Top Level Domain quasi als Betreiber eines kleinen Webuniversums. Sie müssen definieren, wie die Unterseiten, die Second Level Domains, vergeben werden, was die Zielsetzung des TLD-Angebots ist und sind auch für den technischen Betrieb verantwortlich.

Im Falle einer möglichen .tirol-Domain wird viel davon abhängen, ob die verschiedenen Tourismus-Regionen an einem Strang ziehen. „Mit Blick auf unsere bekannte Tirol-Marke ist ein derartiger Auftritt natürlich reizvoll, zumal wir seit Jahren einen gesamtheitlichen Ansatz bei unseren Tourismusaktivitäten verfolgen“, sagt Klingler. Aus Kundensicht könnte man so ein einheitliches System schaffen, über das Kunden leichter die Angebote der jeweiligen Regionen ansurfen können.

Vergabekriterien definieren

Doch der Teufel steckt wie immer im Detail. Denn entscheidet sich das Land für einen entsprechenden Auftritt, muss die Vergabe der Unterdomains genau geklärt sein. „Man müsste definieren, ob nur Auftritte von Gemeinden, Städten oder Regionen zugelassen werden oder auch jeder Private sich um eine Seite bewerben kann. Gibt es ein First-Come, First-Serve-Prinzip oder spielen andere Kriterien eine Rolle“, so Klingler.

Allein das Gerangel um eine Seite wie www.hotelpost.tirol dürfte angesichts der vielen gleichnamigen Hotelangebote in Tirol wohl groß sein. Ebenfalls unklar ist, ob ein derartiger Webauftritt etwa auf den Tourismusbereich beschränkt bleiben soll oder auch andere Tirol-spezifische Inhalte beherbergen soll. „Alle diese Frage, inklusive der Grundsatzentscheidung, ob eine .tirol-TDL zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist, müssen in einer seriösen Entscheidungsfindung geklärt werden“, hält sich Klingler im Gespräch mit der futurezone bedeckt.

Auch Wien interessiert
Außer Tirol wird auch noch Wien nachgesagt, dass das Bewerben um eine eigene TLD eine interessante Option ist. In Deutschland gilt der Antrag von Berlin, Hamburg und Bayern nahezu als fix. Die ICANN -Regelung sieht vor, dass Anträge mit einem geographischen Bezug von den politischen Entscheidungsträgern vor Ort abgesegnet werden müssen.

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(futurezone) Erstellt am 30.09.2011, 11:40

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