Netzpolitik 23.03.2013

Twitter wegen antisemitischer Hashtags verklagt

Die französische Vereinigung französischer Studenten (UEJF) fordert 50 Millionen US-Dollar vom Kurznachrichtendienst Twitter, weil dieser trotz einem entsprechenden Urteil die Herausgabe der Daten einiger Nutzer, die antisemitische Inhalte gepostet haben, verweigert.

Der Kurznachrichtendienst Twitter wurde von der Vereinigung französischer Studenten (UEJF) auf 50 Millionen US-Dollar verklagt, weil dieser eine gerichtlich angeordnete Herausgabe von Nutzerdaten verweigert. Die UEJF wirft Twitter vor, mit dieser Maßnahme "Komplizen für Rassisten und Antisemiten" zu sein.

#unBonJuif
Im

sorgte der Hashtag "#unBonJuif" (übersetzt: "#einGuterJude") für Aufsehen, der es sogar unter die Trending Topics für Frankreich schaffte. Zahlreiche Twitter-User nutzten die Gelegenheit und verschickten unter diesem Hashtag Tweets mit antisemitischen Aussagen oder Witzen. Twitter löschte die Tweets umgehend, doch die UEJF forderte die Herausgabe der Nutzerdaten und gewann eine entsprechende Klage vor einem französischen Gericht.

Klage gege Twitter-CEO
Twitter möchte der Anordnung aber nicht Folge leisten und befindet sich laut einem Sprecher in laufenden Gesprächen mit den Vertretern der UEJF. Diese seien nun aber durch die neue Klage erschwert worden, die jedoch laut dem Sprecher zeige, dass man nur an "Effekthascherei statt dem korrekten, legalen Weg für diese Daten" interessiert sei. So lautet die Klage beispielsweise nicht auf Twitter, sondern persönlich auf Twitter-CEO Dick Costolo. Die Berufung für die verlorene Klage werde bereits vorbereitet und sei lediglich durch die neue Klage verzögert worden.

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( futurezone ) Erstellt am 23.03.2013