Netzpolitik
10.12.2016

USA erlassen Gesetz gegen Ticket-Bots

Schwarzhändler nutzen vermehrt Bots, um Eintrittskarten in großen Mengen aufzukaufen. Das wird in den USA jetzt verboten.

Die USA verbieten per Bundesgesetz den Einsatz von Bots zum Umgehen der Mengenlimits beim Verkauf von Eintrittskarten, wie heise berichtet. Schwarzhändler nutzen automatisierte Software, um Tickets für Konzerte und andere Veranstaltungen in großen Mengen aufzukaufen. Die Bots erlauben es, Eintrittskarten sehr schnell und ohne Mengenbegrenzung zu kaufen. Die so angehäuften Kontingente werden dann teuer weiterverkauft, wodurch normale Fans oft das Nachsehen haben. Die Versuche von Veranstaltern, die Menge der Tickets pro Person zu beschränken, laufen ins Leere.

Hohe Strafen

Mehrere US-Bundesstaaten haben bereits Gesetze gegen dieses Vorgehen erlassen. Mit dem BOTS-Act gibt es jetzt auch ein Bundesgesetz, das den Einsatz der Bots beim Ticketkauf verbietet. Die Regelung gilt für öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 200 Gästen, die über die Grenzen eines einzelnen Bundesstaates hinaus vermarktet werden. Auch der Weiterverkauf von Tickets, bei denen der Verkäufer weiß, dass die Karten per Bot gekauft wurden, wird verboten.

Mit der Durchsetzung wird die Handelsaufsicht FTC (Federal Trade Commission) betraut. Der Strafrahmen wird mit 40.000 US-Dollar festgesetzt. Neben dem Einsatz von Bots werden auch andere Strategien zum massenhaften Ankauf von Tickets, etwa durch den Einsatz menschlicher Hilfskräfte, verboten. Das Programmieren entsprechender Bots bleibt aber erlaubt, da diese auch zur Überprüfung von Systemen genutzt werden können. Das neue Gesetz wurde bereits von beiden Kammern des US-Parlaments angenommen, es fehlt nur noch die Unterschrift von Präsident Obama. Neben der FTC sollen auch die Staatsanwälte einzelner Bundesstaaten gegen Übertretungen vorgehen können.