Netzpolitik
06.11.2012

USA warnen vor Cyberweltmacht China

Laut einem Bericht des US-Kongresses stellt China derzeit die größte Gefahr im Cyberkrieg dar. China würde die USA laufend attackieren und hätte mittlerweile ein beachtliches Heer an IT-Experten aufgestellt, die die US-Infrastruktur unter Beschuss nehmen würden.

Ein alljährlicher Bericht eines US-Kongressausschusses warnt vor der Zunahme von Angriffen Chinas auf die US-Infrastruktur. Laut der US-Bewertungskommission für China in den Bereichen Sicherheit und Wirtschaft habe sich die Effektivität der chinesischen Hacker stark verbessert. "Chinas Beharrlichkeit im Zusammenspiel mit bemerkenswerten Fortschritten im Ausnutzen von Sicherheitslücken im vergangenen Jahr stellen eine große Bedrohung für US-Informationssysteme und deren Nutzer dar." Dabei nahm der Bericht auch konkret Stellung zu Bedrohungen des US-Militärs: "Chinas Versuche, in die US-Verteidigungssysteme einzudringen, schwächen die Bereitschaft und Möglichkeit des US-Militärs zu handeln."

15 Prozent des weltweiten Traffic für Angriffe
Ein anonymer Vertreter eines US-Nachrichtendienstes sagte gegenüber Bloomberg, dass China stets versuche, US-Kommunikationssysteme, Waffenleitsysteme und Navigationscomputer zu stören. Im Bericht heißt es unter anderem, dass Chinas Netzwerk an Cyberkriegern aus Zivilbediensteten, die sogenannte "Miliz", und aktiven Mitgliedern der Volksbefreiungsarmee bestehen. Beweise für Angriffe aus China sind schwer zu finden, allerdings lässt sich dies über rohe Traffic-Daten gut nachweisen. Demnach sind 15 Prozent des weltweiten Traffics auf Online-Angriffe zurückzuführen, diese Zahl sank am chinesischen Nationalfeiertag auf rund 6,5 Prozent, da viele Arbeiter an diesem Tag frei nehmen.

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