Netzpolitik
21.01.2017

Warum "iPhones made in USA" kaum neue Jobs brächten

Donald Trump will, dass iPhones künftig in den USA produziert werden. Selbst wenn das passiert, entstehen wohl kaum neue Jobs.

Donald Trump klagt gerne über das Aussterben der US-Industrie. Auf Grund niedriger Kosten in anderen Ländern abgewanderte Betriebe hätten, so der US-Präsident, die USA viel Geld und eine Menge Jobs in der Produktion gekostet. Als Beispiel nennt Trump gerne Apple, das seine iPhones in Asien produzieren lässt. Der Donald hat mehrfach gesagt, dass eine Produktion der iPhones in den USA Jobs und Steuereinnahmen zurückbringen würde. Das ist aber umstritten. Wie bgr.com schreibt, würde eine iPhone-Fertigung in den USA nämlich hauptsächlich von Robotern übernommen werden.

Dass eine Produktion in den USA machbar wäre, hat kürzlich der Chef des chinesischen Elektronikproduzenten Pegatron bestätigt. Er sagte, dass seine Firma ihre bestehenden Produktionskapazitäten in den USA problemlos ausbauen könnte, falls Trump Strafzölle auf chinesische Importe einführen sollte. Neue Jobs würde das aber wohl kaum bedeuten. Die Lohnkosten in den USA sind im Vergleich mit China so hoch, dass die Automatisierung der Fertigung günstiger wäre, als das Ersetzen von chinesischen Arbeitern durch amerikanische.

Chinesische Roboter

Selbst Betriebe in China setzen zunehmend auf Maschinen. Das in China produzierende Unternehmen Foxconn, Apples größter Zulieferer, ist bereits dabei, seine Produktion zu automatisieren und baut angeblich 10.000 Fertigungsroboter pro Jahr - und zwar nicht in den USA.

Vor diesem Hintergrund scheint es seltsam, dass Apple gerüchteweise an einer Machbarkeitsstudie zur Verlegung der Produktion in die USA arbeiten soll. Ein solches Papier könnte auch als Rückversicherung dienen, die dem neuen US-Präsidenten als Beweis für die Unmöglichkeit seines Unterfangens vorgelegt werden könnte.